An dieser Stelle sei mal ein Toast auf Desaster ausgebracht: Seit mehr als 25 Jahren aktiv, gibt die Band einen Scheiß auf Entwicklungen und Trends in der Musikindustrie. Die Koblenzer sind quasi die 1516er-Ausgabe des teutonischen Gebräus aus Thrash Metal mit frühem Black Metal-Einschlag. So auch auf dem mittlerweile achten Album (nebst unzähligen kleineren Veröffentlichungen) THE OATH OF AN IRON RITUAL. Nach dem etwas zurückhaltenden Beginn mit ‘Proclamation Of Shadows’ holt ‘End Of Tyranny’ die Faust aus der Lederjacke, zum Himmel gereckt und gegen das Unrecht anschreiend. Auch bei ‘Conquer & Contaminate’ wird wieder so asozial angerifft, dass man sich nicht wundern muss, dass Desaster ob ihrer räudigen Kompromisslosigkeit am Ende des Tages deutlich brutaler wirken als viele ihrer rein der schwarzen Lehre anhaftenden Kollegen. ‘At The Eclipse Of Blades’ klingt wie spätere Immortal ohne kommerziell ausgerichtete Politur. Denn auch der Sound geht in Ordnung, den die Band diesmal mit Patrick W. Engel (Rape Of Harmonies) im band-eigenen Proberaum zusammengeschraubt hat. Desaster könnten selbst in einem zugekackten Kuhstall aufnehmen – das Ergebnis wäre immer noch tonnenschwer wie ein berstender Güllelaster: Ihre Mischung aus Black und Thrash Metal ist einfach so weit draußen, dass es nur eine Losung geben kann: Kutte oder Lederjacke raus, Bier auf, Faust in die Luft, mitgrölen! Fünf Nifel-Punkte nach Koblenz!
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