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Destruction: 35 Jahre CRACKED BRAIN

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Heute jährt sich die Veröffentlichung von Destructions Viertwerk CRACKED BRAIN zum 35. Mal. Das Album ist in die Geschichte als das erste ohne Mastermind Schmier eingegangen – dabei war das zu Beginn des Aufnahmeprozesses noch gar nicht in Aussicht. Wir blicken zurück in die frühen Neunziger und betrachten die Entstehungsgeschichte genauer.

Das erste Album ohne Schmier

Die Aufnahmen von CRACKED BRAIN starteten (noch) harmonisch. In einem Interview mit HR Records erzählte Gitarrist und Bassist Mike Sifringer Genaueres: „Wir hatten die ersten Spuren aufgenommen – das Schlagzeug und die Rhythmusgitarren. Schmier war einfach nicht zufrieden mit der Musik, wir wussten nicht weiter. So brachen wir die Aufnahmen ab und sind alle wütend nach Hause gegangen.“ Doch diese Entscheidung bereut er heute. „Im Nachhinein weiß ich, dass diese Entscheidung falsch war und wir nicht genug geredet haben. Nach der Trennung haben wir uns jahrelang nicht gesehen.“ Das sieht auch Schlagzeuger Oliver Kaiser so. „Das Album hat klar gezeigt, dass Destruction und Schmier Synonyme sind. Es hätte nie ein Album ohne ihn geben dürfen. So gut mir Andrés Gesang auch gefällt, wäre CRACKED BRAIN mit Schmiers Stimme ohne Zweifel ein absoluter Volltreffer gewesen.“

Destruction besorgten sich einen Ersatz

Besagter André heißt mit Nachnamen Grieder und war zuvor bei der schweizerischen Band Poltergeist am Mikrofon aktiv. Wie dieser seinen Weg zu Destruction fand, erklärt Kaiser. „André war und ist ein alter Freund von uns. Wir haben ihn gefragt, ob er CRACKED BRAIN mit uns beenden möchte, weil uns seine melodische Interpretation von Thrash und sein Stil gefallen haben. Wir wussten, dass es nie einen neuen Schmier geben wird und haben uns entschieden, mit dem neuen Sänger in eine ganz andere Richtung zu gehen.“

Hat CRACKED BRAIN eine Daseinsberechtigung?

Bei genauerer Betrachtung ist diese „ganz andere Richtung“ jedoch gar nicht so klar abgegrenzt, wie Kaiser es behauptet. Selbstverständlich hört man, dass der Mann hinter dem Mikro ein anderer ist, grundsätzlich fügt sich CRACKED BRAIN aber fast nahtlos in die Destruction-Diskografie ein. Viele Stimmen behaupten, im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger RELEASE FROM AGONY (1987) einen Qualitätsabfall zu hören. Es ist jedoch nicht zu bestreiten, dass CRACKED BRAIN ein rundes Album ist, bei dem kein Lied nach unten ausreißt. Trotz allem ist es bei dieser Hintergrundgeschichte nicht verwunderlich, dass das Viertwerk kein Destruction-Klassiker geworden ist. Dafür ist Schmiers Anwesenheit wohl doch unabdingbar.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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