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Als AC/DC drohten Australien zu verlassen

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Die Siebziger Jahre waren andere Zeiten. Auch wenn die sexuelle Befreiung in den Sechizgern mit der Hippie- und Peace-Bewegung bereits ihren Anfang genommen hatte, hatten die Moralapostel immer noch einiges zu sagen. So auch in Australien, wo AC/DC 1976 durch die Lande tourten – und dabei auf zum Teil heftigen Widerstand stießen.

Grenzwertig

Stein des Anstoßes waren das sexualisierte Gehabe und Auftreten der Band sowie die anzüglichen Themen in Songs wie ‘Dirty Deeds Done Dirt Cheap’ und ‘Ain’t No Fun Waiting Around to Be a Millionaire’. Zum einen wurde Bon Scott, der Sänger jener Songtexte, von den weiblichen Fans als so etwas wie ein Sexgott verehrt – was zu der damaligen Zeit geradezu skandalös war. Zum anderen störten sich die Sittenwächter daran, dass sich mit Angus Young jemand wie ein Schuljunge verkleidet, nur um dann beim Auftritt seine Hosen herunterzulassen. So gab es vor den damaligen Shows oft Warnungen, wenn Angus diese Nummer brächte, würde die Polizei den Stecker ziehen und das Konzert beenden.

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Die Atmosphäre in Australien 1976 war also gelinde gesagt aufgeheizt. Zeitungen, Regierungsmitglieder und wütende Eltern schimpften auf die „obszöne“ und „widerliche“ Band. AC/DC mussten sich folglich zusammenreißen und bei den Konzerten unter anderem in der Myer Music Bowl in Melbourne, der Albury City Hall in New South Wales, der Tamworth Town Hall und der Toowoomba Harristown High School darauf achten, nicht zu viel negative Aufmerksamkeit zu erregen. Das gelang eher so leidlich.

Das Maß ist voll

So machte Garvis Rutherford, der Geschäftsführer des von der katholischen Kirche unterstützten Radiosenders 2SM, nach der Toowoomba-Show folgende Ansage: „Die Mitglieder der australischen Punk-Rock-Gruppe AC/DC müssen sich entscheiden, ob sie Stripper oder Musiker sind. Bis sie das tun, wird sich der Sender mit ihnen in keiner Weise in Verbindung bringen.“ Wenn ein großes Radio beschließt, deine Songs nicht mehr zu spielen, ist das natürlich ziemlich uncool.

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Die Krönung war dann sicher die Absage des Gastspiels in der Küstenstadt Warrnambool. Die Verantwortlichen fürchteten, dass die Show „zivile Unruhen“ hervorrufen könnte. Für AC/DC-Gitarrist Angus Young war damit das Maß voll. So zitierte ihn laut dem Buch ‘AC/DC: The World’s Heaviest Rock’ eine Zeitung danach wie folgt: „Es bringt nichts, durch das halbe Land zu fahren, um ein Konzert auf die Beine zu stellen, nur um herauszufinden, dass es jemand abgesagt hat, weil sie uns als obszön betrachten. Es wird nur ein paar mehr Scherereien durch die Behörden brauchen, und wir werden Australien verlassen.“

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Diese Worte verhalten auch nicht ohne Taten. So spielten AC/DC ihren nächsten Gig in Australien erst im Jahr 1981. Da stand nach dem Tod von Bon Scott im Februar 1980 bereits Brian Johnson am Mikro.

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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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Bon Scott war ein Rumtreiber, erinnert sich Tony Platt

Tony Platt hat für solch illustre Bands und Künstler wie Cheap Trick, Bob Marley, Buddy Guy, Foreigner, The Mighty Mighty Bosstones, Sparks, The Boomtown Rats, Motörhead und Testament gearbeitet. Für AC/DC hat der Brite die Alben HIGHWAY TO HELL (1979) sowie BACK IN BLACK (1980) gemischt. In einem aktuellen Interview mit Rock Candy hat sich der Brite an Anekdoten über Bon Scott sowie die Zielvorgabe von Produzent Mutt Lange bei HIGHWAY TO HELL erinnert. Für immer verschwunden "Es ist immer schwierig zu wissen, wie einen so etwas trifft", sinniert Platt über den Tod des 1980 verstorbenen, ikonischen AC/DC-Frontmanns Bon Scott.…
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