Corey Taylor: „Roadrunner ist nicht mehr das, was es einmal war“

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Zwischen Slipknots Debütalbum und ihrer bevorstehenden Veröffentlichung von THE END, SO FAR liegen stolze 23 Jahre. Seither bildete eine Sache für die Band eine wesentlichen Konstante – nämlich ihr Plattenlabel Roadrunner Records. Von Beginn ihrer Karriere an wurden sie ausnahmslos von ein und demselben Label-Partner begleitet, was in der Branche alles andere als üblich ist. Doch im August folgte die Kehrtwende: Slipknot gaben bekannt, mit dem Release von THE END, SO FAR die Partnerschaft mit Roadrunner zu beenden. Zu den Gründen äußert sich Corey Taylor in einem Interview erstmalig gegenüber Apple Music 1.

Corey Taylor über Roadrunner: „Nicht einmal mehr ein Schatten dessen, was es einmal war“

Zeiten ändern sich – und damit scheinbar auch manch eine Unternehmensphilosophie. Corey zufolge war genau das etwas, was für die Band immer spürbarer wurde. So mussten sie feststellen, dass jeder, mit dem die Band in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat, Roadrunner (teils unfreiwillig) verlassen hat:

„Seien wir mal ehrlich, Roadrunner ist nicht mehr das, was es einmal war. Es ist nicht einmal mehr ein Schatten dessen, was es einmal war. Es gibt also keinen wirklichen Zwang für uns, bei ihnen zu bleiben und etwas zu tun. Alle Leute, mit denen wir angefangen haben, sind nicht mehr da und wurden in den letzten Jahren auf sehr unzeremonielle Weise gefeuert.“

Dass es für Bands bei ihrem Ex-Musik-Label zuletzt immer ungemütlicher wurde, schien der Hauptgrund für das Neunergespann zu sein, Roadrunner den Rücken zu kehren. Der Veränderung blickt Corey dennoch optimistisch entgegen, denn eine solche Ungebundenheit ist den Künstlern bislang völlig fremd:

Slipknots neugewonnene Freiheit: Chance und Risiko zugleich

„Ich meine, es ist cool, weil wir an diesem Punkt alles machen könnten. Wenn wir wollten, könnten wir ein Throwback-Album machen, bei dem wir einfach in einen Raum gehen und es live aufnehmen und uns etwas ausdenken. Wir könnten uns auch umdrehen und etwas wirklich Komplexes und Dunkles machen. Ich meine, wir könnten ein Doppel-Konzeptalbum mit einem Film drum herum machen und es zu etwas machen.Für mich geht es also wirklich darum: Was wollen wir machen? Was hält uns aufrecht? Zum jetzigen Zeitpunkt brauchen wir uns noch keine weiteren Gedanken machen, bis wir es wirklich wollen. Doch selbst vertraglich könnten wir sagen, dass wir für den Rest unserer Karriere nur noch einmalige Auftritte machen wollen.“

Der US-Amerikaner kann sich insbesondere mit der Tatsache anfreunden, dass der Leistungsdruck, stets ein neues Album abliefern zu müssen, sich als unabhängige Band wesentlich verringert. Was all das für die Zukunft Slipknots bedeutet, ist nichtsdestotrotz fraglich:

„Im Moment können wir also tun, was wir wollen und sind niemandem mehr verpflichtet. Ich meine, was das bedeutet, wissen wir nicht. Bedeutet es etwa, dass sich mehr Türen öffnen oder bedeutet es, dass sich Türen schließen, weil wir nicht mehr Teil dieses Systems sind? Und nicht, dass wir uns wirklich darum scherten, Teil dieses Systems zu sein, aber gleichzeitig hilft dieser Zugang [zum Musikbusiness]. Ich meine, es kommt einfach darauf an, wer ein Teil des nächsten Slipknot-Dings sein will. So ist das wohl.“

__
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
twittern
mailen
teilen
Slipknot: Mehr Singles, weniger Alben?

Slipknot haben unterdessen deutlich klargestellt, dass sie mit ihrem aktuellen Album THE END, SO FAR (2022) – ihr letztes mit Roadrunner – ein Kapitel ihrer Band-Historie abgeschlossen haben. Stattdessen sollen sich neue Pforten für die US-amerikanischen Metaller öffnen. Regelmäßiger Output Während eines Interviews mit NME enthüllte Schlagzeuger und Gründungsmitglied Shawn Crahan, dass dieses nächste Kapitel eher auf Single-Veröffentlichungen ausgerichtet sein könnte. Zumindest drückte er es so aus: „Komplette Alben werden der Vergangenheit angehören. Das physische Produkt wird obsolet.“ Crahan wäre viel eher „verliebt in die Vorstellung, keine Einschränkungen zu haben. Ich habe immer darüber nachgedacht, wie cool es wäre, wenn Slipknot groß…
Weiterlesen
Zur Startseite