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Coronavirus: Musikbranche fordert Unterstützung

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Die Maßnahmen zur Coronavirus-Eindämmung treffen das Live-Geschäft hart. Sämtliche Tourneen und Konzerte dürfen nicht mehr stattfinden. Das heißt: Veranstalter, Clubs und deren Mitarbeiter haben derzeit keine Einnahmen. Das kann an die Existenzgrundlage gehen, finden der Deutsche Musikrat und Konzertveranstalter Berthold Seliger. Beide stellen Forderungen an die Politik.

Der Deutsche Musikrat nimmt Bezug auf die Erklärung der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters vom 13. März 2020, die Kultur- und Kreativwirtschaft massiv während der Einschränkungen aufgrund des Coronavirus zu unterstützen. Generalsekretär Prof. Christian Höppner wird dabei konkret: Der Deutsche Musikrat fordert ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in Höhe von 1000 Euro für alle freiberuflichen Kreativschaffenden. Die Einkommen der freiberuflichen Musikerinnen und Musiker, sei es im Veranstaltungsbereich wie in den musikpädagogischen Berufsfeldern, brechen mit dem bundesweiten Shutdown sofort weg, während die Kosten weiterlaufen.

Unbürokratische Hilfe

Bei einem laut Künstlersozialkasse durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen freiberuflicher Musikerinnen und Musiker von 13.000 Euro ist kein Spielraum für Rücklagen gegeben. Das hat auch die erste Zwischenauswertung der noch bis zum 31. März laufenden Umfrage des Deutschen Musikrates zu den Auswirkungen der Coronakrise auf den Musikbereich ergeben. Entscheidend ist, dass jetzt rasch und ohne bürokratischen Aufwand geholfen werden kann.“ Hier geht es zur besagten Coronavirus-Umfrage des Deutschen Musikrates.

Konzertveranstalter Berthold Seliger fordert in einem Gastbeitrag bei tip Berlin einen Rettungsfond für Clubs und Agenturen. Ihm zufolge sind die deutschen Clubs „finanziell nicht in der Lage, drastische Einbußen durch Besucherrückgang oder gar Absagen und wochenlange Schließungen finanziell kompensieren zu können“. Das gelte auch für die unabhängigen Konzertveranstalter: „Derzeit werden unter extrem hohem Druck allerorten Konzerte verschoben, was in Berlin angesichts des Clubsterbens der letzten Jahre besonders schwierig ist, weil es schlicht nicht mehr genügend Venues der Größenordnung 300 bis 1500 gibt. Selbst wenn die Konzerte nicht abgesagt werden müssen, bedeutet das ja einen kompletten Einnahmeausfall über Monate hinweg sowie andererseits zusätzliche Kosten bei Werbung und Organisation.

Einkommenskatastrophe

Und dies betrifft nicht nur die unabhängigen Konzert- und Tournee-Veranstalter, sondern auch deren Personal und die Vielzahl von freien Mitarbeiter*innen im Veranstaltungsgeschäft – von Sound- und Lichttechnikern über Stagehands, Roadies und Barpersonal bis hin zu Busfahrern, Security und Tourmanagern. Sie alle verdienen bei Konzertabsagen und Verschiebungen schlicht gar nichts. Und da die meisten von ihnen selbstständig tätig sind und nicht wenige auf Mindestlohn-Niveau arbeiten, werden sie über Monate Verdienstausfälle zu beklagen haben, die nicht kompensiert werden – eine echte Einkommenskatastrophe.“


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