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Jason Newsted rekapituliert Schmerzmittelsucht

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Jason Newsted litt früher bekanntlich unter Rücken- und Nackenschmerzen. Deswegen schluckte der einstige Metallica-Bassist vor allem in den Neunziger- und Nuller Jahren eine Menge Medikament. In einem aktuellen Interview bei Spin erinnert sich der Musiker nicht nur daran, sondern offenbart, dass er schon intensiv an einer Biografie geschuftet und dafür beachtliche 130 Kapitel im Kasten hat.

Herr Dokter, ich hab’ kein’ Bock mehr

„Mitte bis Ende der Neunziger Jahre hatte ich ziemliche Probleme mit Nacken und Wirbelsäule“, rekapituliert Jason Newsted. „Es ist leicht nachzuvollziehen, wie es zu diesem ganzen Schlamassel kam. Damals fing ich an, Vicodin zu nehmen, um mich irgendwie durch den Tag zu bringen. Ich machte einfach immer weiter und weiter. Die Verletzung saß an einer Stelle, wo sie sich nicht beheben ließ.“

Des Weiteren erzählt Jason Newsted, dass sich diese Sucht zwischen zehn und zwölf Jahren hinzog und auch von 2004 bis 2008 Hochkonjunktur hatte, weil der Metaller in diesem Zeitraum mehrere Operationen über sich ergehen lassen hatte. „Ich hatte den Scheiß endlich hinter mir gelassen, kurz bevor ich meine erste Ausstellung hatte. Das war vor 16 Jahren, im Mai 2010, in San Francisco. Ich hatte mich von den Drogen losgerissen und fing an, wieder zu mir selbst zu finden. Damals begann die internationale Kunstszene für mich. Das ging ungefähr zehn Jahre so.“

Eigene Handschrift

Über die eingangs erwähnten Memoiren gab Jason Newsted noch zu Protokoll: „Ich bin gerade bei der dritten Überarbeitung davon. Ich habe versucht, mit verschiedenen Autoren zusammenzuarbeiten — und auch ein oder zwei Vorschusszahlungen zurückgegeben. Ich war einfach noch nicht so weit. Jetzt mache ich es jetzt selbst. So trägt alles meine Handschrift und ist in meiner Sprache verfasst.“

Zuletzt räumte Jason Newsted im Gespräch beim Let There Be Talk-Podcast mit der weit verbreiteten Mär auf, dass er Metallica wegen Echobrain und Hetfields musikalischem Geltungsdrang beim Songwriting verlassen hat. Der Grund dafür, warum ich bei Metallica ausgestiegen bin, ist, weil ich ein furchtbarer Drogensüchtiger war. Ich hatte total mit mir zu tun — und wenn ich mir nicht irgendeine Art von Hilfe geholt hätte, wäre ich gestorben. Und so sagte ich: ‚Jungs, kann ich einen Moment haben? Bitte gebt mir eine Minute.’ Und sie sagten: ‚Nein.’ Darauf entgegnete ich: Ich würde lieber leben, als in eurer Band zu sein. Ich liebe es, in eurer Band zu sein.

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Das ist irgendwie offensichtlich. Jeden verdammten Abend trage ich euer T-Shirt, unser T-Shirt. Jeden Abend zeige ich, wer ich bin. Ich treffe mich mit jeder verdammten Person, die sich treffen will, und repräsentiere uns alle für die Fans. Sagt mir nicht, dass ich mich nicht engagiere. Sagt mir nicht, dass ich nicht loyal bin — sagt es mir nicht. Morgens bin ich der Erste, abends der Letzte, immer. Und ihr könnt mir nicht diesen Augenblick geben, damit ich meinen Kopf in Ordnung kriege? Dann muss ich gehen. Es ist nicht, weil ich euch nicht liebe. Und bestimmt nicht, weil ich keinen Einsatz für diese Band zeige.‘ Aber es war nicht wegen Echobrain.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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