Clawfinger haben bekanntlich ein neues Album am Start: BEFORE WE ALL DIE erscheint am 20. Februar über das Reigning Phoenix-Sublabel Perception. Da der Vorgänger LIFE WILL KILL YOU bereits vor 19 Jahren rausgekommen ist, drängt sich natürlich die Frage nach der langen Wartezeit auf. Und diese hat Frontmann Zak tell im Interview bei The Metal Gods Meltdown beantwortet.
Wellenbewegung
„Was ist geschehen? Das Leben ist geschehen“, gibt sich Tell offen. „Als wir im Jahr 2007 unsere letzte Tournee spielten, wussten wir bereits, dass uns das Geld ausgeht. Das passiert Menschen die ganze Zeit. Wir konnten von Clawfinger von 1993 bis Anfang 2008 leben. Das war unsere Haupteinkommensquelle. Und wir konnten unsere Tage in einem Studio verbringen, Songs schreiben und herumalbern. 2008 hatten wir diesen Luxus nicht mehr. Und so mussten wir tun, was jeder letzten Endes tun muss: Arbeit finden. Daran ist nichts Einzigartiges. Urplötzlich waren wir im 9-to-5 von Montag bis Freitag gefangen. Wir bekamen auch Kinder — die meisten von uns.“
Des Weiteren sinniert Zak darüber, was es mit Clawfinger gemacht hat, dass der Erfolg eingebrochen ist. „Wir waren desillusioniert und fanden einfach, dass Clawfinger vielleicht seinen Weg gegangen sind. Davon hatten wir uns selbst überzeugt. Also lösten wir uns 2013 auf. In Wirklichkeit haben wir jedoch nur ein Jahr gar nichts gemacht. Dann bekamen wir ein Angebot von einem Festival in der Schweiz, wo wir gut bezahlt wurden. Motörhead und ein Haufen anderer Bands spielten. Wir sagten uns: ‚Warum nicht?‘ Sobald wir diesen Gig gespielt hatten, erinnerten wir uns daran, wie viel Spaß das gemacht hat. Dann flatterten weitere Angebote rein, und der Schneeball fing langsam wieder zu rollen an. Plötzlich stand das 25. Jubiläum von DEAF DUMB BLIND an — und unser Manager sagte: ‚Vielleicht sollten wir eine Tour dazu machen.‘“
Daraufhin lief der Laden wieder, weitere Festivalshows folgten, sodass die Band zunächst einen neuen Track und schließlich noch zwei weitere frische Songs einspielte. „An einem Punkt irgendwann 2022 oder Anfang 2023 hatten wir ein Zoom-Meeting mit unserem Manager, der meinte: ‚Jungs, ich weiß, dass ihr euch irgendwie wieder eingegroovt und sechs oder sieben Lieder geschrieben habt. Würdet ihr in Erwägung ziehen, vielleicht noch drei mehr zu schreiben? Dann könnten wir ein Album veröffentlichen, bevor wir alle sterben.‘“ Und diese letzten Worte (auf Englisch: BEFORE WE ALL DIE) sind zum Albumtitel geworden.
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