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Das Metal-Jahr 1994: Die Lawine rollt (Teil 3)

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Samael CEREMONY OF OPPOSITES

Nach zwei pechschwarzen Auftaktalben zelebrieren die Schweizer auf ihrem von Waldemar Sorychta produzierten Drittwerk in der Tat das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Welten: Samael erweitern ihren garstigen Black Metal um merkliche Keyboard-Einflechtungen und Samples, die bereits gen Industrial Metal deuten. Dank des hier begonnenen, gleich gekonnt dargebotenen Spagats genießt die Gruppe um die Pionierbrüder Vorph und Xy in der Szene bis heute eine Art Ausnahmestellung. (Katrin Riedl)

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Satyricon THE SHADOWTHRONE

Bei den frühen Releases aus den finsteren Wäldern des norwegischen Black Metal ist das junge Alter der Protagonisten verblüffend: Sigurd „Satyr“ Wongraven ist 19, als er das zweite Satyricon-Album THE SHADOWTHRONE schreibt, aufnimmt und auf seinem eigenen Label Moonfog veröffentlicht. Nach dem Folk-lastigen Debüt DARK MEDIEVAL TIMES schlägt Album zwei eine grimmigere, monumentalere Bahn ein und fesselt mit dramatischen Spannungsbögen, Keyboards und jeder Menge erhabener nordischer Mystik. Ein wenig schimmert sein Folk Metal-Projekt Storm durch, vor allem aber Samoths prägendes Bass- und Gitarrenspiel. Das Opus magnum, NEMESIS DIVINA, folgt zwei Jahre später. (Björn Springorum)

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Septic Flesh MYSTIC PLACES OF DAWN

Schon als Septic Flesh noch mit Leerstelle auftreten, beeindruckt ihr voller Sound. Zwar sind die Orchestrierungen inzwischen filigraner als auf dem noch mehr auf Death-Riffs fokussierten Erstling, doch fern liegt MYSTIC PLACES OF DAWN aktuellen Releases nicht. Brachiales Gedresche wird von Ruhe-Passagen aufgebrochen, die Brutalität der (besetzungsgleichen) Griechen bleibt. Später folgen Septicflesh mutiger ihrem unverkennbaren Weg – die interessanten Spielereien auf dem starken Debüt überzeugen aber auch heutige Fans. (Annika Eichstädt)

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Slayer DIVINE INTERVENTION

REIGN IN BLOOD (1986), SOUTH OF HEAVEN (1988), SEASONS IN THE ABYSS (1990), DIVINE INTERVENTION. Finden Sie den Fehler. Qualitativ kackt diese Scheibe gegen die drei Vorgänger allesamt ab, wirkt seltsam uninspiriert und klanglich dumpf. Manche suchten im Wechsel hinter den Drums von Dave Lombardo hin zu Paul Bostaph die Gründe für die vermeintliche „Enttäuschung des Jahres“ (so METAL HAMMER damals). Dass das Lied ‘SS-3’, welches nach dem Autokennzeichen des Holocaust-Organisators Reinhard Heydrich betitelt wurde, hierzulande das größte Aufsehen erregt, spricht Bände. Auch King und Araya selbst zeigen sich mit dieser Produktion mittlerweile unzufrieden – oder, um es mit Paul Bostaph zu sagen: „Mein schlechtestes Album mit Slayer.“ (Matthias Weckmann)

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Savatage HANDFUL OF RAIN

Es grenzt an ein Wunder, dass die Band nach ihrer größten Tragödie nicht zerbricht, sondern mit einem derart starken Album zurückkehrt. Nach dem Unfalltod von Gitarrist Criss Oliva im Vorjahr ist das weitere Schicksal von Savatage völlig unklar. Es ist ausgerechnet an Jon Oliva (der sich beim 1993er-Vorgängeralbum EDGE OF THORNS aus dem aktiven Band-Dienst verabschiedet hatte), das Vermächtnis seines verstorbenen Bruders weiterzutragen:

Mit Produzent Paul O’Neill spielt er einen großen Teil des Albums selbst ein, bevor Testament-Aussteiger Alex Skolnick als Nachfolger an der Gitarre benannt und Sänger Zak Stevens reaktiviert wird. HANDFUL OF RAIN setzt den auf den vorigen Alben eingeschlagenen Weg fort, trumpft mit Musical- (‘Chance’) und Prog-Elementen (‘Watching You Fall’) auf, aber erreicht auch nicht mehr erwartete Härtegrade – vornehmlich beim exemplarisch nach vorne gestellten ‘Taunting Cobras’ und ‘Nothing’s Going On’, bei denen Criss Oliva als Song-Schreiber mitaufgeführt wird.

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Ihm gewidmet ist die tragische Ballade ‘Alone You Breathe’, und ‘Symmetry’ soll sich auf Kurt Cobains Selbstmord (wenige Monate vor Albumveröffentlichung) beziehen – Tränen der Rührung sind garantiert! Der Lohn aller Mühen: HANDFUL OF RAIN klettert in die deutschen Top 20, auf der anschließenden Tournee (mit dem neuen Schlagzeuger Jeff Plate und Johnny Lee Middleton, der an den Bass zurückkehrt) entstehen die Aufnahmen zu JAPAN LIVE ’94. Obwohl die Besetzung wechselhaft bleibt (Skolnick macht bald Platz für Al Pitrelli und Chris Caffery), zieht Jon Oliva vornehmlich am Keyboard und später wieder als Sänger durch. (Sebastian Kessler)

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Slayer: Tom Arayas Frau drangsalierte ihren Mann für Reunion

Die Slayer-Livereunion für zwei US-Festivals diesen Herbst wurde von den Fans mit gemischten Gefühlen aufgenommen -- der eine Teil ist aus dem Häuschen, der andere Teil fühlt sich verschaukelt. Wie auch immer man selbst zur Auferstehung der Thrash-Ikonen steht, verdanken dürfen wir die Chose offenbar zum Großteil der Gattin von Bassist Tom Araya. Selbige hat ihren Mann eigenen Angaben zufolge nämlich ein Jahr lang regelrecht bedrängt, die Band wiederzubeleben. Hartnäckigkeit wird belohnt "Lasst es mich für die Trolle klarstellen: Tom hatte abgeschlossen mit dem Live-Spielen", wird Sandra Araya zitiert. "Ich habe ihn über ein Jahr lang drangsaliert. Schlussendlich hat er…
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