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Manowar LOUDER THAN HELL
Böse Zungen behaupten, dass mit dem Ausstieg von Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman nach KINGS OF METAL (1988) Manowars Niedergang besiegelt wurde. Fakt ist, dass Manowar schon mit dem Nachfolger THE TRIUMPH OF STEEL (1992) qualitativ abbauen. LOUDER THAN HELL ist die logische Fortsetzung, allerdings mit einem großen Unterschied zu späteren Veröffentlichungen: Joey DeMaio hat noch nicht komplett vergessen, wie man einen ordentlichen Song schreibt. Klar, die Großtaten der Achtziger bleiben unerreicht, aber das geht vielen Bands aus dieser Generation so. Mit Songs wie ‘Return Of The Warlord’, ‘The Gods Made Heavy Metal’, ‘Outlaw’, ‘King’ oder ‘The Power’ sind schon einige Stücke am Start, die man sich heute noch geben kann.
An Eric Adams’ seltsam gepresst klingende Stimme gewöhnt man sich, auch wenn sein kraftvolles Organ von vor zehn Jahren noch nachhallt. Eher überflüssig sind die beiden Instrumentals gegen Ende des Albums, die wohl die Spielzeit auf 50 Minuten strecken sollen. Der persönliche Hit des Verfassers ist ‘The Power’, der ihm Ende der Neunziger in Dauerschleife direkt vor einer schweren Kieferoperation Mut zusprechen sollte. Das hat geklappt. Danke, Manowar. (Marc Halupczok)

Napalm Death DIATRIBES
Auf DIATRIBES zeigen sich Napalm Death ungewohnt handzahm. Anstatt übelster Blastbeats und Geknurre, das mit viel Fantasie als Gesang durchgeht, spielen die Briten 1996 vergleichsweise gemächlichen Death Metal. Sie lassen mehr Melodie in ihr Geprügel einfließen, und die Vocals von Sänger Mark „Barney“ Greenway sind fast verständlich.
So entsteht ein für Napalm Death ungewohnt gefälliger Sound, der sich schnell ins Ohr arbeitet. Natürlich verbannen die Briten trotzdem nicht alle Brutalität vom Album: ‘Diatribes’, ‘Corrosive Elements’ und stellenweise auch ‘Ripe For The Breaking’ erinnern an das, was Napalm Death sonst vertreten. (Helen Lindenmann)

Rush TEST FOR ECHO
Obwohl nicht alle Songs auf TEST FOR ECHO restlos überzeugen können, gehört diese Scheibe zweifelsfrei zu den bestproduzierten Alben der Rush-Karriere. Alex Lifeson türmt famose Gitarrenwände auf, die mitunter anstrengende Stimme ihres Bassisten/Sängers Geddy Lee wird von Produzent Peter Collins geschmackvoll in den Gesamt-Mix integriert, und Ausnahmeschlagzeuger Neil Peart (R.I.P.) übertrifft sich mit seinem komplexen Drumming selbst.
Abzüge gibt es allerdings beim Songwriting, weshalb nur der Titel-Track und die Stücke ‘Driven’, ‘Half The World’ und ‘Resist’ im Gedächtnis bleiben. (Matthias Mineur)

Asphyx GOD CRIES
Schwere Zeiten für die niederländischen Death Metal-Pioniere: Nach dem starken Anfangsdreier THE RACK, LAST ONE ON EARTH und ASPHYX entsteht ihre vierte Platte in einer Findungsphase nach zwischenzeitlicher Auflösung. Der bereits als Demo-Growler aktive Theo Loomans übernimmt Mikro wie Saiteninstrumente und wird auf dem nicht zu unterschätzenden GOD CRIES einzig von Schlagzeuger (und Band-Gründer) Bob Bagchus unterstützt.
Die Phase endet mit (dem bereits 1990 eingeprügelten) EMBRACE THE DEATH und Loomans Tod 1998. Asphyx legen erneut eine Pause ein, gründen das Nebenprojekt Soulburn und kehren erst 2000 mit neuer Musik zurück. (Katrin Riedl)

King Diamond THE GRAVEYARD
Das siebte Album des dänischen Kopfstimmen-/Falsettwunders gefällt sich ganz in der etablierten Tradition metallisch-stählerner Schauerromantiknarrationen, die der King – nachdem Mercyful Fate Geschichte waren – auf seinen Solo-Band-Pfaden seit Anbeginn gepflegt hat. Während die Handlung von klassischen Horrorelementen wie Irrenanstalten, Friedhöfen, Dekapitationen und Blutrache angereichert wird, fällt die musikalische Umsetzung weit weniger schrill aus.
So wirkt THE GRAVEYARD streckenweise wie Alice Cooper-Material, dem eine Metal-Veredelung angediehen wurde. (Frank Thießies)
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