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Devin Townsend weiß nicht, wie es für ihn weitergeht

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Der kanadische Meistermusiker Devin Townsend ist dafür bekannt, sich seiner Musik gänzlich hinzugeben. So geschah es auch mit seinem aktuellen Werk THE MOTH, das als sein „Lebenswerk“ bezeichnet wird. Wie Townsend damit umgeht, das Album fertiggestellt zu haben und warum er jetzt in einer Zwickmühle sitzt, erzählt er im Interview mit Loud & Clear With Belgian Jasper.

Gnadenfrist

Auf die Frage, was er als Nächstes vorhabe, erklärt er zunächst: „Es gibt eine Art Gnadenfrist, wenn man ein Album fertiggestellt hat. Wenn man so lange dem Adrenalin und Dopamin ausgesetzt ist, kommt man danach nicht einfach klar. Man stürzt ab. Nach 37 Alben versuche ich das miteinzuberechnen. Zwar vergesse ich es manchmal auch, aber meistens weiß ich Bescheid. 

Die Motte war für mich eine gute Metapher, weil sie verbrennt, wenn sie zu nah an das Feuer fliegt. Sie ist dann weg. Sobald ich den Prozess mit logistischen Problemen, dem Chaos, dem Thema abgeschlossen hatte, habe ich THE MOTH angehört, um zu überprüfen, ob das Album tut, was es soll. Wenn das der Fall ist, höre ich eine Platte nie wieder an, außer, ich muss die Lieder für Konzerte lernen“, offenbart der Musiker.

Katharsis

„Sobald THE MOTH also abgeschlossen war, habe ich es mir von vorne bis hinten angehört. Es hat mich emotional komplett mitgenommen und ich verspürte Katharsis. Dann war klar, dass das Album abgeschlossen ist, und ich habe mich anderen Dingen gewidmet. THE MOTH ist kein Teil meiner Reise mehr, abgesehen von Interviews“, sagt Townsend.

„Wie geht es nun weiter? Ich kann dir nur von diesem nebulösen Ort berichten, der die Zeit nach der Entstehung einer Platte darstellt. Die Vergangenheit suggeriert, dass ich in zwei bis drei Monaten schon an einem weiteren verdammt verrückten Projekt arbeite. Aber nach THE MOTH bin ich in einer seltsamen existenziellen Zwickmühle gelandet. 

Sehnsucht nach Meer

Einerseits ist da die Erkenntnis dessen, was mich in der Vergangenheit motiviert hat: Streben nach Bestätigung, Angst davor, nicht akzeptiert zu werden, meine Identität an meine Arbeit geknüpft zu haben, sodass ich in ihrer Abwesenheit nicht existiere. So wird Produktivität zu einem Fetisch. Nachdem ich das erkannt habe, bin ich an einem seltsamen Punkt angekommen“, sinniert der Kanadier.

Er führt weiter aus: „Ein Teil von mir sehnt sich nach einem greifbaren Ausdruck für die Dankbarkeit, die ich für die Schönheit des Universums empfinde. Die überwältigende Ehrfurcht, die ich ganz allgemein empfinde, lässt mich glauben, dass es einen unendlichen, unerschöpflichen Strom kreativer Kraft gibt, und dass man, wenn man sich mit einer Gruppe einfühlsamer Menschen austauscht, seiner Lebensaufgabe folgt.

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Ein anderer Teil von mir will  darauf scheißen, nur noch Ambient-Musik spielen und an den Strand gehen. Das Problem damit ist, dass viele Leute von mir abhängig sind. Ich habe eine Familie, Mitarbeitende, ein Label, Management und eine Merchandise-Firma. Wenn ich entscheide, auf alles zu scheißen, haben all die Menschen, die mich so lange unterstützt haben, keinen Job mehr“, grübelt Townsend.


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