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Wie bei HORNS FOR A HALO stammen die meisten Ideen des Zweitwerks von Faulkner selbst. Der Großteil entstand bereits vor Erscheinen des Debüts, auch einige Schlagzeugspuren wurden noch davor eingespielt. In den neuen Songs erkennt der Hauptkomponist eine Weiterentwicklung. Der Titel EVOLUTION drückt nicht nur die personellen Veränderungen aus (am Debüt wirkten Judas Priest-Schlagzeuger Scott Travis und Pantera-Bassist Rex Brown mit), sondern auch Faulkners Bemühen, eine andere Seite seiner Band zu zeigen. „Unter anderem beinhaltet dieses Album eine Ballade und ein Midtempo-Stück im Stil von Deep Purple oder Rainbow. Für das Folgewerk stelle ich mir eine weitere Entwicklung vor. Vielleicht können wir uns sogar in einem Raum treffen, gemeinsam schreiben und etwas Druck von mir nehmen.“
Auch die Gäste beeinflussten den Klang des Werks – allen voran Adam Wakeman an Keyboard und Hammondorgel (‘Come Back To Me’, ‘Keeper Of The Keys’). Der 52-Jährige trat bereits mit Black Sabbath und Ozzy Osbourne auf und nimmt damit eine ähnliche Rolle ein wie die restlichen Mitglieder der Supergroup. „Ich spiele etwas Keyboard, aber nicht gut genug für ein Album. Wir wollten einen richtigen Keyboarder! Dave schlug Adam vor, den ich nie getroffen hatte – die Tournee von Priest und Ozzy fand ja nicht statt … Durch seine Beiträge lebten die Songs richtig auf! Ich könnte mir sogar vorstellen, ihn auf die nächste Tour mitzunehmen …“ In ‘Thrown To The Wolves’ steuert hingegen Faulkners Nashville-Nachbar Jared James Nichols ein Gitarrensolo bei. „Jared gleicht als Person seinem Gitarrenspiel – nuanciert, voller Feuer und Herz. Genau das lieferte er ab, und es klingt toll! Beide Gäste verleihen dem Album mehr Dynamik und eine neue Dimension. Dafür bin ich dankbar.“
Wahrheitsgemäße Repräsentation
Das Songwriting beginnt der Gitarrist stets an seiner „elegant weapon“, und er folgt dabei seiner Intuition. Diese führte diesmal zu einigen im Hard-/Classic Rock beheimateten Stücken, die sich mit härterem Material abwechseln. „Wenn man mit Hintergedanken komponiert, steckt kein wahres Wachstum dahinter. Ich strebe eine wahrheitsgemäße Repräsentation des Status quo an“, sagt Faulkner, der zum Gesprächszeitpunkt keine Ideen mehr auf Lager hat – von „little bits and pieces“ abgesehen. Ein Grund dafür mag auch sein, dass der 46-Jährige seit Jahren zum Songwritingteam von Judas Priest zählt, die im Februar in einem US-Studio die Basis für den Nachfolger von INVINCIBLE SHIELD (2024) legten („Wir haben mehr Songs als nötig, eine glückliche Lage.“). Musik für beide Bands komponiert der Engländer auf dieselbe Weise.
Die Entscheidung, welche Ideen wozu passen, fällt ihm in der Regel leicht: „Priest haben einen eigenen Sound, den wir alle kennen. Doch zum Glück gilt das auch für Elegant Weapons.“ Das Nebenprojekt rief er ins Leben, um etwas Eigenes zu erschaffen, und nicht, um seinen Hauptarbeitgeber zu kopieren. „Bissige Klänge passen zu Priest. Wenn ein Song Blues und Groove birgt, gehört er zu Weapons. Es gibt auch Überschneidungen, etwa ‘Do Or Die’ vom Debüt – ein Song inspiriert von Achtziger-Metal, der hier oder dort hätte landen können. Dasselbe gilt für ‘The Devil Calls’, und generell für Balladen. Doch im Normalfall liegt die Entscheidung auf der Hand. Priest könnten mir verbieten, eine eigene Band zu betreiben, doch sie lassen mir die Freiheit. Es macht mich glücklich, für sie zu komponieren, mit Elegant Weapons aber auch andere Seiten meiner musikalischen DNS zu erforschen.“
Akute Eingebungen
Bei den Aufnahmen orientierten sich Elegant Weapons am Modell von Judas Priests FIREPOWER (2018): Die Schlagzeugspuren nahm Williams im Beisein von Rimmer und Faulkner auf, die eine Art Live-Szenario erbauten, um auf spontane Einfälle reagieren zu können. Gitarren und Bass wurden im Nachgang neu eingespielt. Am Gesang arbeiteten Romero und Faulkner remote mit Produzent Andy Sneap. Auch dabei genoss die Band die Freiheit, akuten Eingebungen zu folgen – ein Fortschritt zum Debüt, als Romero zu spät dazustieß, so der Projektvater. „Obwohl wir räumlich voneinander getrennt waren, arbeiteten wir gemeinschaftlich. Ich glaube, dadurch kam bei Ronnies Gesang und Sound eine merkliche Verbesserung zustande. Er klingt hier wirklich brillant!“
Welchen Stellenwert Elegant Weapons für Richie Faulkner haben, welche Themenfelder aus EVOLUTION textlich bearbeitet werden und wie er über das Thema Sterblichkeit denkt, lest ihr in der METAL HAMMER-Juniausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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