In einem aktuellen Interview mit The Breakdown With Nath & Johnny erklärt Dream Theater-Keyboarder Jordan Rudess, wie er und seine Band-Kollegen es vermieden, den Exzessen der Rock-Szene zu entkommen. Er hat auch eine klare Meinung dazu, ob Dream Theater-Musik unter Einfluss von Alkohol oder Drogen gespielt werden sollte.
Er sagt: „Jeder hat seinen eigenen Lebensfluss. Natürlich hatten verschiedene Band-Mitglieder auch ihre Probleme, aber als Band waren wir meistens sehr stabil. Niemand erreichte jemals den Punkt, an dem es der Band hätte schaden können. Oder an dem man sich fragte, wie es jetzt weitergehen soll wegen jemandes Suchtproblem.“
Experiment
Rudess führt weiter aus: „Um Dream Theater-Musik spielen zu können, kann man nicht komplett hinüber sein. Tut mir leid. Vielleicht geht es bis zu einem gewissen Grad, aber ich weiß noch, als John Petrucci (Gitarrist – Anm.d.Red.) und ich mal ausprobierten, wie es sich anfühlen würde, in der Pause einen Shot zu nehmen.
Wir taten es und gingen wieder auf die Bühne. Aber am Ende des Konzerts entschieden wir beide, dass das einfach nicht funktioniert. Es brachte uns nichts. Wir fühlten uns nicht gut dabei, weil es große Konzentration erfordert, all diese Parts zu spielen. Unser Experiment lehrte uns, das nicht noch mal zu machen. Nach der Show tranken wir, aber nicht währenddessen. Das funktioniert mit unserer Art von Musik nicht und passt nicht zu dem, wer wir sind“, meint der Keyboarder.
Mike Portnoys Alkoholsucht
Ganz gefeit waren die Mitglieder der Progressive Metal-Band jedoch auch nicht vor den Verführungen des Alkohols. Schlagzeuger Mike Portnoy litt jahrelang unter einer Alkoholsucht, bevor er es schaffte, trocken zu werden. 2017 erzählte er The Fix: „Ich hatte meinen letzten Drink am 20. April 2000. Das war mein 33. Geburtstag. Es war ein Zufall, dass ich an meinem Geburtstag aufhörte, zu trinken. Gleich am nächsten Tag besuchte ich mein erstes Zwölf-Schritte-Meeting … „
Er meinte, er war „wahrscheinlich einer der verantwortungsvollsten Alkoholiker, den man finden kann. Zumindest in den Anfängen hielt ich es versteckt und versuchte, es an das Ende des Abends zu delegieren. Ich habe nie tagsüber getrunken oder Drogen genommen, weil ich sonst nicht richtig funktioniert hätte. Das erste Getränk nahm ich immer am Ende der Show zu mir, und das ging dann so lange, bis ich morgens um vier umkippte. Normalerweise bei mir zu Hause oder im Tourbus.“
Doch selbst das nahm weiter überhand, wie er erklärt: „Später ging es von ,kein Alkohol bis nach der Show‘, zu ,kein Alkohol bis nach der Zugabe‘. Dann ,kein Alkohol bis zum Keyboard-Solo‘ und dann ,bis die Vorband anfängt‘. Es wurde immer früher.“
—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.
