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Duff McKagan: Der wohl vielseitigste Bassist ist 62

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Michael Andrew „Duff“ McKagan, geboren vor genau 62 Jahren in Seattle, ist einer dieser Musiker, deren Lebenslauf sich liest wie ein wilder Ritt durch die Rock-Geschichte. Ein Bassist, der nie nur Bassist war. Ein Typ, der bis heute sinnbildlich für den Geist von Guns N’ Roses steht: roh, ungeschliffen, unkaputtbar.

Kindheit und Jugend

Aufgewachsen als jüngstes von acht Kindern in einem Arbeiterviertel Seattles lernte McKagan früh, dass man sich im Leben durchbeißen muss. Mit 15 jobbte er bereits in Nachtclubs, verließ nach der 10. Klasse die Schule und stürzte sich kopfüber in die Musikszene der Stadt. Seinen Spitznamen „Duff“ trug er schon als Kind. „Das ist ein irisches Ding“, sagte er einmal knapp im Circus Magazine.

Sein erstes Instrument war nicht der Bass, sondern das Schlagzeug. Mit 16 trommelte er bei den Fastbacks, bevor er sich durch eine Reihe wechselnder Bands spielte: mal Bass, mal Gitarre, mal Chaos, mal Aufbruch. 10 Minute Warning, Loaded, The Racketeers, Neurotic Outsiders, The Gentlemen – McKagan war überall dort, wo es nach Proberaum roch und nach Zukunft klang.

Der Durchbruch in Los Angeles

Mit 19 zog er nach Los Angeles, um seinem Wunsch nach einer professionellen Musikkarriere zu folgen. Eine Woche später antwortete er auf eine Zeitungsanzeige. Der Rest ist Rock-Geschichte. „Das war die Band aus mir, Slash und Steven, die wir Road Crew nannten und die unter einem schlechten Stern stand“, erinnerte er sich später. „Dann habe ich angefangen, mit Axl, Izzy und ein paar weiteren Leuten zu spielen. Sie nannten sich Guns N’ Roses.“

1985 wurde er offiziell Teil von Guns N’ Roses – und damit Teil einer der größten Rock-Bands aller Zeiten. Sein Bassspiel, geprägt von Vorbildern wie Barry Adamson (Magazine), Paul Simonon (The Clash) und Lemmy Kilmister (Motörhead), verlieh Guns N’ Roses diesen unverwechselbaren, leicht hohlen, aber druckvollen Groove. Adamsons Einsatz eines Chorus-Pedals inspirierte McKagan so sehr, dass er sich selbst eines zulegte – ein ungewöhnlicher Schritt für Bassisten, aber genau das machte seinen einzigartigen Klang aus.

Nach Guns N‘ Roses ist vor Guns N‘ Roses

1993 startete er seine Solokarriere mit BELIEVE IN ME. Das geplante Nachfolgealbum BEAUTIFUL DISEASE wurde 1999 wegen Label-Streitigkeiten nie offiziell veröffentlicht – tauchte aber später als Bootleg auf mysteriösen Wegen auf. Kurz zuvor, 1994, stand McKagan am Rand des Abgrunds: Sein exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum führte zu einer lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dass er das überlebte, grenze an ein Wunder, sagten die Ärzte damals.

Nach seinem Ausstieg bei Guns N’ Roses 1997 kehrte er nach Seattle zurück, reanimierte 10 Minute Warning (kurz), gründete 1999 Loaded (noch kürzer), und startete im neuen Jahrtausend erneut mit veränderter Besetzung durch. Parallel formierte er Velvet Revolver mit Slash und Matt Sorum. Deren Debütwerk CONTRABAND schoss 2004 direkt auf Platz 1 der US-Charts. Doch auch dieses Kapitel verstummte ab 2008.

Zwischendurch spielte McKagan 2006 kurz bei Alice In Chains, 2009 wieder bei Loaded, 2010 bei Jane’s Addiction – und stand im selben Jahr erstmals seit 1993 wieder mit Guns N’ Roses auf der Bühne. Ein Vorzeichen. Ein Funke. 2016 war es dann so weit: Duff McKagan und Slash kehrten endgültig zu Guns N’ Roses zurück. Die „Not In This Lifetime“-Tournee wurde zu einem der größten Comebacks der Rock-Geschichte. Parallel veröffentlichte McKagan weitere Soloalben: TENDERNESS (2019) und LIGHTHOUSE (2023).

Duff McKagan in ‘The Simpsons’?

Ein Fun Fact zum Schluss dieses Abrisses von Duff McKagans Leben: In seiner Autobiografie behauptete er, das berühmte Duff Beer aus ‘The Simpsons’ sei nach ihm benannt. Seitdem hält sich dieses Grücht hartnäckig – ist ja auch eine coole Behauptung. Serienerfinder Matt Groening kommentierte das jedoch später trocken auf X (ehemals Twitter): „Absurd.“ Ob Mythos oder Missverständnis – es passt irgendwie zu Duff. Ein Mann, der immer ein bisschen größer ist als das Leben um ihn herum.

Zum Geburtstag dieses Urgesteins bleibt nur zu sagen: Happy Birthday, Duff McKagan – einer der seltenen echten Rock’n’Roller, der immer wieder aufsteht, weiterspielt und zeigt, dass Haltung, Herz und ein Chorus-Pedal manchmal alles sind, was man braucht.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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