Kaum zu glauben, aber was vollwertige Studioalben angelangt, ist es tatsächlich schon vier Jahre her, dass Electric Callboy die Fans mit einem Release beglückt haben. Im Herbst 2022 brachte die Trancecore-Formation ihren sechsten Longplayer TEKKNO heraus. Höchste Zeit, nachzulegen — findet die Band nun auch selbst und hat für den kommenden Spätsommer eine neue Platte angekündigt.
Elektrifizierendes Opus
Den Titel-Track dazu haben Sänger Nico Sallach, Shouter Kevin Ratajczak, Gitarrist Daniel „Danskimo“ Haniß, Gitarrist Pascal Schillo, Bassist Daniel Klossek sowie der 2025 fest eingestiegene Schlagzeuger Frank Zummo (ehemals Sum 41) mit ‘Tanzneid’ schon vergangenen Oktoker als Single vorausgeschickt. TANZNEID soll jedenfalls am 7. August 2026 via Century Media Records auf die Märkte dieser Welt kommen. Dazu zugehörige Cover haben Electric Callboy in den Sozialen Medien gepostet.
In unseren Breitengraden spielt das Sextett diesen Sommer am 26. Juni im österreichischen Klam sowie am 24. Juli im österreichischen Moosburg. Des Weiteren stehen Festival-Auftritte bei Rock im Park (5. Juni), Rock am Ring (6. Juni), beim tschechischen Rock For People (10. Juni), beim britischen Download (12. Juni), beim niederländischen Pinkpop (19. Juni), beim belgischen Graspop (21. Juni), beim Summerside Festival in der Schweiz (27. Juni), beim hiesigen Deichbrand (16. bis 19. Juli) sowie beim Wacken Open Air (29. Juli bis 1. August) in Form eines Electric Bassboy DJ-Sets. Zudem steht am 7. und 8. August das Band-eigene Escalation Fest in Berlin auf dem Programm.
Anfang Februar hat sich der ehemalige Electric Callboy-Drummer David Friedrich zu Wort gemeldet und den eigentlichen Grund für seinen Ausstieg vor einem Jahr verraten. „Während die Hallen immer größer wurden, wurde ich innerlich immer kleiner. Über die Jahre kämpfte ich mit Zweifeln, Burnout, Hilf- und Wertlosigkeit sowie dem Gefühl, meinen Traum — und mich selbst — zu verlieren. Am Ende war ich eine leere Hülle, die funktionierte, aber nichts mehr fühlte. Das andauernde Gefühl, seinen Wert beweisen zu müssen, wurde zum Alltag. Auf der Bühne lebte ich. Hinter ihr überlebte ich. Schließlich brach mein Körper zusammen, und ich stürzte ins tiefste Loch meines Lebens. Schlaflosigkeit, Schweiß und Panikattacken wurden zum Mittelpunkt meines Lebens.
Im Rausch des Funktionierens und des Verdrängens wusste ich nicht, was mit mir los war. Bis es sehr dunkel wurde. Gefangen zwischen Traum und Albtraum war sie da: Die schwere Depression. […] Vor Kurzem habe ich mein Schlagzeug wieder aufgebaut. Es fühlt sich noch fremd an. Schwer. Aber es gehört zu mir. Es erinnert mich daran, wie wichtig es ist, sich niemals das nehmen zu lassen, was man am meisten liebt. Egal von wem. Egal aus welchem Grund. Nicht von Erwartungen, nicht von Menschen, nicht vom System. Denn wenn wir das verlieren, verlieren wir ein Stück von uns selbst. An alle, die gerade kämpfen/kämpften — leise oder laut: Ihr seid nicht allein. Bleibt euch treu. Bleibt menschlich. Und glaubt daran, dass das, was ihr liebt, irgendwann wieder heil sein darf.“
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