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Evanescence: Amy Lee wollte kein One-Hit-Wonder werden

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Die Geschichte um ‘Bring Me To Life’, den Durchbruchs-Song von Evanescence, ist schon Tausende Male erzählt worden. Die Band um Amy Lee musste sich dem Willen ihres Labels beugen und einen Rapper in den Track integrieren, sonst hätte es keinen Plattenvertrag gegeben. Im Interview bei der kanadischen Radiosendung Q plauderte die Frontfrau mal wieder darüber, brachte aber auch eine große Sorge zur Sprache, die sie damals hatte.

Mogelpackung?

„Meine größte Angst war, dass wir als One-Hit-Wonder enden würden“, beginnt die Evanescence-Songwriterin ihre Ausführungen, „dass die Leute diesen einen Song hören, der ganz anders war als alles, was wir sonst machen würden, und sich dann getäuscht fühlen. Es wäre wie eine Mogelpackung gewesen — sie hören den Rest unserer Musik und denken sich: ‚Oh, das ist ja gar nicht das, was ich erwartet hatte. Ihr habt uns angelogen.‘ Damals hieß es von allen Seiten: ‚Wir geben unser Bestes.‘ Es war für alle eine schwierige Situation, selbst für die berühmten Künstler, die mitmachen wollten. Deren Management riet ihnen davon ab, weil man glaubte, eine ‚Mädchen-Rock-Band‘ würde nicht funktionieren.

Heute stehen sie alle gemeinsam mit uns auf der Bühne. Es ist eine wunderbare Sache, wie sich der Kreis geschlossen hat – eine großartige Show. Aber wie dem auch sei: So sehr ich mich auch dagegen gewehrt hatte – Paul McCoy von der Band 12 Stones war bei demselben Label unter Vertrag. Man sagte uns: ‚Hört euch Paul mal an.‘ Wir waren ohnehin schon befreundet. Sie nahmen gerade ihr Album auf, er kam vorbei und machte seine Sache großartig. Für mich fühlte es sich anfangs wie ein Zugeständnis an, das überhaupt machen zu müssen, aber ich dachte mir: ‚Wenn wir das schon tun müssen, dann machen wir es richtig gut. Wir behalten die Kontrolle.‘ Ich habe den Rap-Part geschrieben. Ich erinnere mich, wie lieb und verständnisvoll Paul war.

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Er freute sich für uns und legte sein ganzes Herzblut hinein. Jahrelang musste ich dann diese Geschichte erzählen, wobei mir oft die Zeit fehlte, das Ende zu schildern, wodurch er wie der Bösewicht dastand. Dabei war er in dieser Geschichte absolut ein Held, denn er sorgte dafür, dass es für mich eine so positive Erfahrung wie nur möglich wurde. Wir haben das dann gemeistert. Es hieß ja nur: ‚Ihr müsst das für diesen einen Song machen.‘ Ich sagte: ‚Okay, dann machen wir diesen einen Song richtig gut.‘ Und er war definitiv erfolgreicher, als irgendjemand erwartet hatte. Wir haben dann noch weitere Songs veröffentlicht, die glücklicherweise ebenfalls verstanden, akzeptiert und angenommen wurden.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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