Fünfter Todestag von Chris Cornell

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Dass der Todestag des weltgefeierten Alternative Rock-Bahnbrechers Chris Cornell bereits ein halbes Jahrzehnt zurückliegt, scheint, wie so oft im Hinblick auf den rapiden Fortlauf der Zeit, ziemlich surreal. Das Gefühl trügt, das einen beschleicht, wenn man sich einredet: „Kommt mir vor, als wär’s erst gestern gewesen.“ Es hinterlässt einen trübdunstigen Schauer der Nostalgie, der anlässlich des heutigen Tages ganz besonders schwerwiegt. Wir wollen die Gelegenheit allerdings nutzen, um einen Blick auf die großen Momente des Musikers zu werfen, dem wir den unverkennbaren Stil von Audioslave, Soundgarden und Temple Of The Dog und somit Dauerbrenner wie ‘Like A Stone’, ‘Black Hole Sun’ oder ‘Hunger Strike’ zu verdanken haben.

Beginn einer neuen Ära

Wir springen zurück ins Jahr 1983, das den Anfang Chris Cornells Karriere als Musiker markiert. Dem damals knapp 20-Jährigen half die Rock-Musik, seine Sozialphobie und beizeiten depressive Verstimmungen zu überwinden, die ihn bereits seit der frühen Jugend geplagt und eingeschränkt hatten. Einmal erwähnte Cornell sogar, dass seine Mutter ihm damals das Leben rettete, als sie ihm eine Trommel geschenkt hatte – das Instrument, das ihm den Weg in seine spätere Karriere weisen sollte.

Mit der Gründung von Soundgarden, die Cornell unter anderem als Schlagzeuger vorgesehen hatten, sollte 1984 ein neues Zeitalter des Alternative Rock anschlagen – eine Grunge-gefärbte Variante dieses recht vage eingrenzbaren Genres. Man kann behaupten, dass sowohl der Klang als auch die düster-schwermütigen Inhalte von Soundgarden die Grundlage der später mit Nirvana und Kurt Cobain popularisierten „Wasted Youth“-Philosophie darstellten.

Durchbruch mit Soundgarden

Soundgarden, die mit ULTRAMEGA OK (1988) und LOUDER THAN LOVE (1989) noch Schwierigkeiten hatten, sich im internationalen Raum zu behaupten, sollten mit BADMOTORFINGER (1991) und SUPERUNKNOWN (1994) die Aufmerksamkeit zuteilwerden, die sie über Jahre hinweg bereits manifestiert hatten. ‘Rusty Cage’, ‘Slaves & Bulldozers’, ‘Fell On Black Days’ und ‘Spoonman’ entwickelten sich schnell zu repräsentativen Hits der Rock-Szene der frühen Neunziger Jahre. SUPERUNKNOWN chartete auf Platz eins der Billdboard 200 und kassierte zahlreiche namhafte Auszeichnungen. Neben Alice in Chains, Nirvana und Pearl Jam sollte zu besagter Zeit kein Geringerer als Chris Cornell mit Soundgarden zu den Galionsfiguren des gitarrenzerschmetternden, rebellischen Teenager-Daseins zählen und eine ganze Generation mit schepperndem Depri-Rock prägen.

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Die Welle ritten Soundgarden nur wenige Jahre mit, bis sie sich 1997 auflösten und sich Chris Cornell gegen Ende der Neunziger zunehmend auf Soloprojekte konzentrierte. Diese sollten sich jedoch vorerst als kommerziell erfolglos erweisen, obwohl der Musiker tatkräftig produzierte und stramme Promotion-Tourneen abhielt.

Chris Cornell am Audioslave-Mikrofon

Mit der Entstehung von Audioslave manövrierte sich der Sänger, Gitarrist und Songwriter jedoch schnell wieder in den Fokus der Neuzeit. Ein nächstes Jahrtausend war angebrochen, und so sollte ein taufrisches Band-Projekt als würdevolle Einleitung dienen.

Audioslave, eine Post-Grunge/Alternative Rock/Metal-Formation bestehend aus Cornell, Tim Commerford, Brad Wilk und Tom Morello, knüpften deutlich hörbar an den Sound der Vorgänger-Band Cornells an, kombinierten jedoch den bis dato eingestaubten Grunge-Stil mit moderneren und technischeren Rock-Elementen, die der Band einen zeitgemäßen Ausdruck verliehen. Ihr Band-betiteltes Debütalbum, das im November 2002 veröffentlicht wurde, brachte Hits wie ‘Cochise’, ‘Like A Stone’ oder ‘Show Me How To Live’ hervor und erreichte in den USA Dreifach-Platinstatus. Noch vor der Veröffentlichung des Albums soll die Band jedoch beinahe entgleist sein; Cornell hatte Alkoholprobleme, und ein Auftritt auf der Ozzfest-Tour wurde abgesagt. Während dieser Zeit kam das Gerücht auf, dass sich Cornell in eine Drogenrehabilitation begeben hatte. Später bestätigte er dies in einem Interview mit Metal Hammer UK, das von einem Klinik-Münztelefon aus geführt worden war.

Die Nachfolgeralben OUT OF EXILE (2005) und REVELATIONS (2006) erhielten Gold- und Platin-Status, festigten also die ranghohe Position der Band im Rock- und Metal-Kosmos.

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Am 15. Februar 2007 gab Cornell allerdings seinen Ausstieg bei Audioslave bekannt: „Aufgrund von unüberbrückbaren persönlichen Konflikten und musikalischen Differenzen verlasse ich die Band Audioslave endgültig.“ Da die anderen drei Mitglieder mit der Wiedervereinigung von Rage Against The Machine und der Rückkehr von Zack De La Rocha beschäftigt waren und Morello und Cornell im Jahr 2007 jeweils ein Soloalbum veröffentlicht hatten, lösten sich Audioslave offiziell auf.

Schwindelerregende Höhen und düstere Abgründe

Im Jahr 2010 fanden Soundgarden nach einer ausgiebigen Pause wieder zueinander. In den Folgejahren veröffentlichte die Band zwei Kompilationen, ein Live-Album und ihr Studioalbum KING ANIMAL (2012), das zwar Wellen schlug, allerdings nicht mehr an den anfänglichen Erfolg der Band anknüpfen konnte. Nach zahlreichen Festival-Auftritten und Tourneen sollten Cornells psychische Krankheiten ihren Höhepunkt erreichen. Am 18. Mai 2017 nahm sich der damals 52-jährige Künstler, der bereits jahrzehntelang mit seinen Dämonen zu kämpfen und immer wieder durchgehalten hatte, nach einer Soundgarden-Show in Detroit das Leben.

Die radikale Entscheidung, sich ein Ende zu setzen, schien trotz des öffentlichen Wohlwissens um Cornells mentalgesundheitliche Zustände überraschend. Weltweites Entsetzen machte sich breit. Speziell die Musikbranche zeigte Anteilnahme und betrauert den Verlust des Genies bis heute. Erneut entfachten emotionsgeladene Debatten um den mangelnden Diskurs, die mangelnde Aufklärung und die mangelnden Behandlungsoptionen hinsichtlich psychischer Erkrankungen.

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Heute liegt der tragische Vorfall schon fünf Jahre zurück, doch Chris Cornells Name als auch sein monumentales Vermächtnis verblassen nicht. Der in die Geschichte des Rock und Metal eingegangene Musiker soll seinen Mastermind-Status auf ewig tragen. Cheers und rest in power, Chris Cornell!

Du suchst selbst Hilfe oder kennst jemanden, der suizidgefährdet ist? Telefonseelsorgestellen sind jederzeit unter 0800‐1110111 oder 0800‐1110222 kostenlos erreichbar. Bundesweite Beratungseinrichtungen speziell für Kinder und Jugendliche sind jederzeit unter 0800-­1110333 kostenlos erreichbar. Online‐Hilfsangebote sind jederzeit im Internet erreichbar unter www.telefonseelsorge.de oder www.suizidpraevention-deutschland.de.

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