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Grammys: Academy übersieht Brent Hinds (Mastodon)

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Jede Jahr gedenkt die Recordings Academy bei den Grammys im Rahmen des „In Memorian“-Segments den im Vorjahr verstorbenen Künstlern. Dieses Jahr wurde dabei unter anderem Black Sabbath-Ikone Ozzy Osbourne, D’Angelo sowie Soul-Sängerin Roberta Flack (‘Killing Me Softly With His Song’) mit speziellen Live-Einlagen die Ehre erwiesen. Einen menschlichen wie musikalischen Verlust haben die Macher allerdings dieses Jahr übersehen: Den einstigen Mastodon-Gitarristen Brent Hinds.

Grober Schnitzer

Das gilt aber nur für den zeremoniellen, live im Fernsehen übertragenen Part — auf der Grammys-Website hat ihn Recording Academy durchaus aufgelistet. Doch es regt sich nun Kritik daran im Netz, dass man kein Foto von Brents Hinds in die Slideshow der von uns gegangenen Musiker integrierte. Allen voran schimpft Alice In Chains-Bassist Mike Inez in den Sozialen Medien: „Großes Foul von den Grammys: Sie haben den mächtigen Brent Hinds bei ‚In Memorian‘ vergessen.“ Mastodon-Schlagzeuger Brann Dailor kommentiert dies mit einer Reihe Flammen-Emojis.

Gewiss können die Organisatoren der Grammy Awards nicht jeden aus dem Leben geschiedenen Musiker in der Live-Zeremonie bedenken. Brent Hinds sollte für die Recordings Academy jedoch kein unbeschriebenes Blatt darstellen. Ingesamt war der Lockenkopf mit Mastodon sechs Mal für den weltweit wichtigsten Musikpreis nominiert („Best Metal Performance“: ‘Pushing The Tides’ 2021, „Best Rock Album“: EMPEROR OF SAND 2017, „Best Metal Performance“: ‘High Road’ 2015, „Hard Rock/Metal Performance“: ‘Curl Of The Burl’ 2012, „Best Metal Performance“: ‘Colony Of Birchmen’ 2007). Und 2018 hat er ihn mit dem Stück ‘Sultan’s Curse’ in der Kategorie „Best Metal Performance“ auch abgestaubt.

Des Weiteren war Hinds ein auf weiter Flur geschätzter und angesehener Musiker. Sein Gitarrenspiel war einzigartig und unverkennbar — man braucht nur einen Mastodon-Longplayer wie HUSHED AND GRIM (2021), BLOOD MOUNTAIN (2006) oder LEVIATHAN (2004) aufzulegen, um sich dessen zu vergewissern. Als der Metaller am 20. August 2025 im Alter von lediglich 51 Jahren einen Motorradunfall in seiner Heimatstadt Atlanta nicht überlebte, war daher nicht nur die Rock- und Metal-Gemeinde, sondern die ganze Musikwelt geschockt.

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Hinds ist allerdings nicht allein dabei, von der Recording Academy ignoriert zu werden. Ein User kommentierte, Layne Staley wäre bei den Grammys 2003 ebenfalls unter den Tisch fallengelassen worden. Zudem berichtet Revolver von einer Anmerkung Pearl Adays, der Tochter von Meat Loaf und Gattin Anthrax-Gitarrist Scott Ian, wonach die Ausrichter ihren Vater 2022 auch nicht bedacht haben.


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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