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Mastodon EMPEROR OF SAND

Alternative Metal, Reprise/Warner (11 Songs / VÖ: 31.3.)

6/ 7
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Als Mastodon 2009 mit dem von Brendan O’Brien (AC/DC, Pearl Jam) produzierten CRACK THE SKYE reüssierten, markierte dies einen wichtigen Entwicklungsschritt. Vor allem das Gesangsdebüt von Drummer Brann Dailor, der fortan als dritte Stimme im Bunde neben Bassist Troy Sanders und Gitarrist Brent Hinds agieren würde, und die damit einhergehende melodische Emanzipation weg vom allzu extrem Brachialen, gestaltete sich als gewinnbringend wie zukunftsweisend für die Band aus Atlanta, Georgia. Zwischen Siebziger-Prog, Motörhead und derberen Metal-Monolithen, aber auch Alice In Chains changierend, war das dem Element Luft verschriebene Konzeptalbum inhaltlich keineswegs ein Leichtgewicht, behandelte es
doch sowohl den suizidalen Tod von Dailors Schwester Skye als auch Kaffeetischthemen wie Wurmloch­theorien oder das zaristische Russland.

Acht Jahre danach und zwei Alben dazwischen sehen sich Mastodon mit O’Brien wiedervereint und präsentieren mit EMPEROR OF SAND ihr seitdem erstes Konzeptwerk. Die Geschichte um einen dem Tod geweihten Wüstenwanderer entpuppt sich als Analogie für jene Krebstragödien und Krankheitsodysseen, von denen Dailor, Gitarrist Bill Kelliher und Sanders in ihrem jeweiligen Familienkreis zuletzt heimgesucht wurden. Musikalisch gelingt der auf allen Ebenen noch weiter gereiften Band unter O’Briens abermaliger Ägide ein noch homogeneres und schlüssigeres Werk als bei ihrer ersten Zusammenarbeit. Gleich zwei Nummern (‘Show Yourself’, ‘Precious Stone’) überraschen mit einer so bislang nicht gehörten Psychedelic-Schlagseite im dezenten Stone Temple Pilots-Duktus. Genauso aber geben sich kleine Queens Of The Stone Age-Momente (‘Steambreather’) und wüst(er)e Sludge-Reminiszenzen (‘Scorpion Breath’), strukturelle Prog Rock-Weitsicht (und Traditionsliebe, wie etwa der Moog-Einsatz auf ‘Clandestiny’ oder die partiellen Pink Floyd-Verbeugungen von ‘Jaguar God’ belegen) sowie rhythmisch bestechende Unberechen­barkeit weiterhin die Klinke in die Hand.

Den hochkomplexen Balance-Akt einer musikalisch fordernden und zugleich melodischen sowie unverkennbaren, eklektischen eigenen Herangehensweise (man höre allein ‘Ancient Kingdom’) schafft das Quartett wieder einmal meisterlich. EMPEROR OF SAND beweist nachhaltig, dass aktuell (immer noch) keine andere alternativ-progressive Metal-Band Mastodon das Wasser reichen kann.


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