Kritik zu Mastodon Once More ’Round The Sun

Mastodon Once More ’Round The Sun

Sludge Metal, Reprise/Warner 11 Songs / VÖ: 20.6.

6.0/ 7
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Das wurde aber auch Zeit: Mit ihrem nunmehr sechsten Studiowerk erklimmen Mastodon zum ersten Mal den Soundcheck-Thron und stellen endlich ein Album des Monats! Das Zeug dazu hatten gewiss bereits CRACK THE SKYE (2009) und THE HUNTER (2011). Doch mit ONCE MORE ’ROUND THE SUN fahren unsere Lieblings-Sludger nun endlich die Früchte ihrer Arbeit ein. Und womit? Mit einem Erdrutschsieg! Ein Punktedurchschnitt von 5,64 ist eine richtige Ansage und macht ONCE MORE ’ROUND THE SUN zu einem vielversprechenden Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“.

Anlass genug, sich einmal vor (Augen und) Ohren zu führen, welch beachtliche sonische Reise der Vierer – vom verqueren Grind-Prog-Geheimtipp zu einer der bekanntesten Sludge-Kapellen des Erdballs – hinter sich hat: Zwölf ereignisreiche Jahre liegen zwischen dem Mastodon-Debüt REMISSION (2002) und ONCE MORE ’ROUND THE SUN. Und diese zwölf ins Land gezogenen Lenze, diese zwölf Sonnenumrundungen hört man.

Noch nie präsentierten sich Brent Hinds, Troy Sanders, Brann Dailor und Bill Kelliher fokussierter, noch nie war ihr Songwriting so auf den Punkt, noch nie groovte das US-Sludge-Ungetüm so einladend.

Keine Frage: Mastodon sind bei THE HUNTER auf den Geschmack gekommen. Der grandiose Vorgänger markierte die Abkehr von überlangen Prog-Epen und Konzept­alben wie LEVIATHAN oder CRACK THE SKYE; von da an wehte (und weht auch heute noch) eine Art „Lass’ rocken!“-Geist! Weg von der verkopften Arbeitsweise hin zu knackigen Riffs und vergleichsweise schlanken Song-Strukturen – und genau so lautet auch auf ONCE MORE ’ROUND THE SUN die Devise.

Dabei herausgekommen sind die wohl eingängigsten Stücke der Band-Geschichte, darunter das treibende, eröffnende ‘Tread Lightly’, das hymnische ‘The Motherload’ oder ‘High Road’ mit seinem typisch vertrackten Mastodon-Riffing sowie das Uptempo-Titelstück. Natürlich können die Urzeitviecher auch anders, was sie im Brecher ‘Chimes At Midnight’ und dem widerspenstigen, von Neurosis-Frontmann Scott Kelly veredelten Rausschmeißer ‘Diamond In The Witch House’ beweisen. Summa summarum fahren Mastodon tief wie nie in Heavy Rock-Gewässern, wenngleich sie sich und ihren Sludge-Wurzeln stets treu bleiben. Zudem festigen die Südstaatler erneut jene wärmende Gewissheit, die gute Bands von sehr guten unterscheidet: Diese Gruppe kann kein schlechtes Album aufnehmen. Das ist nicht definiert.

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