Joey Belladonna rekapituliert seinen damaligen Bruch mit Anthrax

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Joey Belladonna, dessen jüngste Rückkehr zu Anthrax im Mai 2010 offiziell bekannt gegeben wurde, war ursprünglich von 1984 bis 1992 der Leadsänger der Thrash-Giganten und galt somit neben Scott Ian, Dan Spitz, Frank Bello und Charlie Benante als Teil der „klassischen“ Anthrax-Besetzung. Knapp zehn Jahre nach seinem Einstieg kam es allerdings zum Bruch mit seinen Band-Kollegen.

Während seines kürzlichen Auftritts beim „Beer Rum & Rock ’n‘ Roll“-Podcast reflektierte der Musiker die damalige Entscheidung der Gruppe, ihn rauszuschmeißen. Dabei betonte er wiederholt, dass ein Weggang nie in seiner Intention gelegen hätte. Offenbar hätte man ihn mehr oder weniger aus dem Band-Geschehen „herausgedrängt“.

Übeltäter SOUND OF WHITE NOISE

Probleme sollen sich insbesondere vor und während des Entstehungsprozesses von SOUND OF WHITE NOISE (1993) zugetragen haben. „Ich hätte auf dieser Platte sein können“, sagte Belladonna. „Ganz egal, was sich die Jungs dabei gedacht hätten.“ Doch die Pläne für das besagte Album sahen andere Strukturen vor.

„Ich habe also nie wirklich aufgehört. Ich will auch nicht, dass jemand das denkt, denn ich hätte es nie übers Herz gebracht, das zu tun.“ Belladonna sprach auch die Tatsache an, dass er zu Anthrax zurückkehrte, obwohl er von einigen anderen Mitgliedern der Band in verschiedenen Interviews über die Jahre hinweg öffentlich gedisst worden war. Daraufhin sollen diverse Fans und Freunde skeptisch gewesen sein, was seine Rückkehr zu Anthrax anbelangte. „Die Leute fragten mich: ‚Warum zum Teufel bist du wieder dabei? Das ist idiotisch, Mann.‘“ Und obwohl Joey Belladonna seinen Weg zurück in die Reihen von Anthrax finden konnte, soll es noch immer „schwer“ für ihn sein.

Seitenhiebe von Scott Ian

Im März 2010 – nur ein paar Monate, bevor Belladonna zu Anthrax zurückkehrte – traten Ian und seine Frau Pearl Aday in einer Folge von VH1s „That Metal Show“ auf und nahmen an der Sendung ‘The Throwdown’ teil, in der die Gäste und die Moderierenden darüber diskutierten, wer der beste Sänger für Anthrax wäre: Bush oder Belladonna. Auf den Einwand von Co-Moderator Eddie Trunk, dass Anthrax mit Belladonna in der Band in der einzigartigen Lage wären, „unglaublichen Speed Metal zu spielen“ und gleichzeitig „jemanden zu haben, der wie ein Vogel singen kann“, sagte Ian: „Wir brauchten keinen Vogel. Wir brauchten einen Löwen.“

Nachdem Pearl angedeutet hatte, dass sie ein „großer Fan“ von THE GREATER OF TWO EVILS (2004) wäre, einer Sammlung neu aufgenommener alter Anthrax-Songs mit Bush am Gesang anstelle von Belladonna, sagte Ian: „Und genau das ist die Art und Weise, wie wir als Anthrax diese Songs hören wollten.“

Scott Ians Kommentare während besagter Show hallten noch lange irritierend nach. Inzwischen soll es allerdings ebenso irritierend für die Band-Mitglieder sein, über Belladonnas damaligen Rauswurf – die Fronten sind offenbar noch immer nicht ganz geklärt – zu sprechen. „Es ist seltsam, jetzt darüber zu reden, weil Joey jetzt wieder in der Band ist“, so Frank Bello. „Es fühlt sich an, als wäre er nie weg gewesen. Es war eine krasse Veränderung. Aber ich denke, es war das Beste für die Band, weil wir eine andere Richtung einschlagen wollten. Es war eine schwere Entscheidung. Ich denke, dass wir musikalisch einen anderen Weg gehen mussten, und das konnte man hören.“

Vergangenes vergeht

Belladonna hatte sich kritisch über die Entscheidung von Anthrax geäußert, ihn auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs zu feuern. 2016 erwähnte er gegenüber MikeJamesRockShow.com, wie „scheiße“ er es noch immer fände, dass ihm durch den Rauswurf so viele Jahre entgangen wären. „Ich hatte keine wirkliche Chance, etwas zu tun. Denn ich hätte auf jeder dieser Platten [die während der John Bush-Ära gemacht wurden] singen können.

Ich will nicht sagen, dass das, was sie gemacht haben, aus welchen Gründen auch immer und in welchem Stil auch immer falsch war. Ich hätte das einfach singen können. Es wäre einfach zu singen gewesen. Es ist nur so, dass ich glaube, dass sie einer anderen Idee hinterhergelaufen sind. Das sage ich immer, egal ob sie anderer Meinung sind. Ich glaube nicht, dass es einen Grund gab. Aber wisst ihr was? Das ist jetzt vorbei und wir sind jetzt hier.“

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
twittern
mailen
teilen
Mille Petrozza (Kreator) lässt sich nicht von Fan-Kritik beeinflussen

Während eines aktuellen Interviews mit El Cuartel Del Metal gab Kreator-Frontmann Mille Petrozza Aufschluss auf die Frage, wie wichtig ihm die Reaktionen der Fans auf die Musik der Band in den Sozialen Medien wäre – insbesondere nach der Veröffentlichung eines neuen Albums. Deutlich betonte der Musiker, dass er alle kritischen Stimmen wertschätzen würde. Ob es sich dabei um skeptische oder beifällige Echos handelt, wäre vorerst zweitrangig. „Es ist wichtig, zu wissen, was unsere Fans über unsere Musik denken“, erzählte er. „In erster Linie aber müssen natürlich wir die Musik lieben. (…) Man kann auch nicht von jedem geliebt werden. Kreator…
Weiterlesen
Zur Startseite