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Katatonia: THE GREAT COLD DISTANCE ist 20!

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Zwanzig Jahre ist es her, dass Katatonia am 13. März 2006 ihr siebtes Studioalbum THE GREAT COLD DISTANCE veröffentlichten – eine Platte, die bis heute schneesturmartig über die Diskografie der Schweden hinwegfegt. Aufgenommen wurde das Werk zwischen Mai und August 2005 in Örebro, also in jener Phase, in der die Band bereits 15 Jahre im Geschäft war, aber trotzdem noch genug Frost im Herzen hatte, um ihre Fans vor neue Herausforderungen zu stellen.

Distanz nicht nur im Titel

Musikalisch war THE GREAT COLD DISTANCE die logische Aufbauscheibe auf VIVA EMPTINESS (2003): keine wilden Experimente, keine stilistischen Eskapaden, sondern das, was Katatonia seit jeher meisterhaft beherrschen. Schwere, drückende Riffs, die jeden Hörer unter die Oberfläche ziehen wollen, während Jonas Renkses kristallene Stimme und die klaren Melodien einen gerade so über Wasser halten. Die allgegenwärtige Düsterheit schwappt in Form von kaltem Doom über den Rand, aber ohne einen je komplett zu ertränken. Alle Texte stammen wie gewohnt von ihm, während die Musik überwiegend in Gemeinschaft mit Anders Nyström geschrieben wurde. Einzige Ausnahme: ‘Deliberation’, bei dem Fredrik Norrman ebenfalls beteiligt war.

Trotz dieser Treue zum eigenen Sound hört man eine deutliche Weiterentwicklung – allerdings weniger im Songwriting als in der Qualität der Aufnahmen und Arrangements. Das Album ist komplett durcharrangiert, voller kleiner Melodien und Details, die sich erst nach mehreren Durchläufen offenbaren. Ein Werk, das Geduld verlangt und einem bei jedem Hören etwas Neues offenbart.

Eine Platte, die Fans forderte

So eingängig wie VIVA EMPTINESS ist THE GREAT COLD DISTANCE nicht. Viele Fans empfanden die Scheibe damals als eiskalt, abweisend und schwer zugänglich. Sie wirkt fast wie eine kleine Rückbesinnung auf die frühen Tage der Band, nur ohne Renkses Stimme erneut zu ruinieren. Genau diese Distanz machte das Album jedoch zu einem jener Werke, die mit der Zeit wachsen und heute als ein wichtiger Bausteine im Katatonia-Kosmos gelten.

Singles, Videos und Chart-Erfolge

2006 erschien kurz vor dem Album die EP MY TWIN, die neben dem Titel-Track auch ‘My Twin (Opium Dub)’, ‘Displaced’ und ‘Dissolving Bonds’ enthielt. Katatonia lieferten zu ihren zwei Single-Auskopplungen ‘Deliberation’ und ‘July’ düstere Musikvideos.

Das vollständige, verstörende und experimentelle Video zu ‘Deliberation’ seht ihr hier:

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Das Video zu ‘July’ seht ihr hier:

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In den Charts landete THE GREAT COLD DISTANCE auf Platz 8 in Finnland und Platz 42 in Schweden – solide Werte für eine Band, die sich nie um Massentauglichkeit geschert hat.

Editionen, Re-releases und Bonusmaterial

Schon ein Jahr nach der Veröffentlichung erschien eine Neuauflage des Albums. Zusätzlich gab es eine schwedische Edition, die Fans mit exklusivem Poster, Postkarten und einem verbesserten Video zu ‘My Twin’ köderte.

Dieses Musikvideo könnt ihr hier vollständig sehen: 

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Zum zehnten Jubiläum (genauer gesagt elf Jahre nach Erstveröffentlichung) legte die Band noch einmal nach: Die Sonderedition wuchs auf 18 statt zwölf Songs an und brachte es auf eine Laufzeit von einer Stunde und 18 Minuten – ein frostiges Festmahl für Katatonia-Fans.

Live-Nachhall

Nach dem Release spielten Katatonia 2006 unter anderem auf dem Summer Breeze Open Air. Die dortigen Aufnahmen nutzte die Band später für ihr Live-Werk LIVE CONSTERNATION (2007) – ein weiterer Beweis dafür, wie präzise und atmosphärisch die Songs von THE GREAT COLD DISTANCE auch auf der Bühne funktionieren.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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