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Lacuna Coil + Dommin + Deadlock live

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Wer dieses Billing zusammengewürfelt hat, besitzt Sinn für Humor: Im Vorprogramm der italienischen Gothic-Metal-Überflieger Lacuna Coil treiben im Hamburger Knust die deutschen Metal-Schergen Deadlock und die amerikanischen Düster-Rocker Dommin ihr Unwesen. Das verspricht ein buntes Musik-Potpourri – kann aber auch ein Stimmungskiller sein.

Als erste betreten Deadlock die Bühne, die mittlerweile auch schon weit über zehn Jahre unterwegs sind, (im Billing) aber nicht wirklich nach vorne kommen. Vielleicht wird der Bandname hier unfreiwillig zur ewigen Blockade. Musikalisch gar nicht mal so verkehrt, scheitert der bunte Sechser (es wird eng auf der Minibühne) jedoch auch an diesem Abend daran, dass Sängerin Sabine Weniger vom Habitus her absolut nicht in einen Metal-Kontext passen will. Hier ist Weniger eindeutig nicht mehr. Dreieinhalb treue Fans im Publikum haben trotzdem Spaß.

Auch Dommin wirken etwas deplatziert als Opener für Lacuna Coil, doch immerhin sind die amerikanischen Goth’n’Roller ihren Vorgängern musikalisch weit voraus. Wirkliche Stimmung kommt aber auch hier nicht auf, obwohl sich die vier Elvis-Tollen-Träger beste Mühe geben und ihr Hit ‘My Heart Your Hands’, der bisweilen sogar Type O Negative-Qualitäten offenbart, durchaus Spaß macht. Wahrscheinlich wären Dommin im Vorprogramm von HIM oder Fall Out Boy aber einfach besser aufgehoben gewesen.

Ist das deplatzierte Vorprogramm von Lacuna Coil endlich überstanden, geht gegen halb elf endlich die Sonne auf: Als Cristina Scabbia die Bühne betritt, jubelt die Menge und freut sich über den knackigen Opener ‘Survive’. Kurze Zwischenfrage: Wann und warum um alles in der Welt hat sich Frau Scabbia eigentlich die Nase abhobeln lassen? Schade, das vielleicht größte Sexsymbol in der weiblichen Metal-Szene entmythologisiert sich damit ziemlich erfolgreich selbst. Vielleicht war ja genau das der Plan.

Musikalisch beweisen die Italiener indes eindrucksvoll, dass sie einfach von vorne bis hinten Profis sind: Jeder Ton sitzt, jede Bewegung stimmt, alles ist perfekt. Da stört es anscheinend auch nicht weiter, dass man an irgendeiner Tankstelle den Bassisten verloren hat – seine Arbeit erledigt an diesem Abend das Band.

Inhaltlich gibt es einen bunten Querschnitt durch die Lacuna-Coil-Diskografie, wobei Fans der Anfangsjahre einmal mehr darin bestätigt werden, dass die „alten“ Songs (‘Heaven’s A Lie’, ‘Swamped’ oder auch der Rausschmeißer ‘Our Truth’) einfach viel mehr Dynamik besitzen. Fans des letzten Albums SHALLOW LIFE (2009) fechten dies sicherlich an – eine Geschmacksfrage. Außer Frage steht indes, dass Lacuna Coil auch mit Spitz- statt Knubbelnase immer wieder einen Ausflug wert sind und zu den Besten ihrer Zunft gehören. Schade, dass sie bei ihrem Standing „nur“ eine Mini-Halle wie das Knust füllen können – das passt irgendwie nicht ins Bild. Oder doch, denkt man an die unpassenden Vor-Bands.

Setlist Lacuna Coil

Survive
Underdog
Closer
I’m Not Afraid
Fragments
Tight Rope
1:19
I Won’t Tell You
Heaven’s A Lie
Fragile
Wide Awake
To The Edge
The Maze
Swamped
Enjoy The Silence
Not Enough
Spellbound
Our Truth

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