Diese Neuigkeit dürfte Manowar-Fans nachdenklich stimmen: Ross Friedman alias Ross The Boss, welcher die True Metal-Gruppe 1980 mit Bassist Joey DeMaio gegründet hatte, laboriert an amyotropher Lateralsklerose — kurz ALS. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare, degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, welche auch Lou-Gehrig-Syndrom (nach dem von der Krankheit betroffenen Baseballspieler Lou Gehrig) genannt wird.
Umwerfender Support
Im zugehörigen Statement von Friedmans Presseagenten heißt es: „Ross ‚The Boss‘ Friedman, Gründungsmitglied der Punk Rock-Legenden The Dictators und der Heavy Metal-Veteranen Manowar, hat die Diagnose der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) bekommen, die gemeinhin als Lou-Gehrig-Syndrom bekannt ist. Die Diagnose folgte auf mehrere Monate, in denen er Symptome hatte, die scheinbar nicht damit in Zusammenhang standen. Diese umfassten Schwäche in seinen Händen und Beinen. Ursprünglich ging man davon aus, dass eine Reihe von sehr kleinen Schlaganfällen die Ursache dafür gewesen ist. Doch Veränderungen bei Ernährung, Sport und zusätzlicher Physiotherapie haben weder das Fortschreiten verlangsamt noch seine Kraft verstärkt.“
Ross The Boss selbst ergänzt: „Es ist schwierig zu wissen, was vor mir liegt. Und es macht mich fertig, nicht Gitarre spielen zu können. Doch die Wellen der Liebe waren so, so stark. Die Liebe und Unterstützung von meiner Familie, meinen Freunden und Fans hauen mich total um. Ich liebe euch alle.“ Ross spielte bis 1989 bei Manowar. Darüber hinaus musizierte der heute 72-Jährige auch bei Formationen wie Manitoba’s Wild Kingdom, Shakin’ Street, Heyday sowie natürlich seiner eigenen Ross The Boss-Band.
Einschränkungen im Alltag
ALS betrifft jene Nervenzellen (Neuronen), die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind, die auch motorische Neuronen oder Motoneurone heißen. Dabei kommt es entweder zu einer fortschreitenden und unumkehrbaren Schädigung oder Degeneration dieser Motoneuronen. Betroffen sein können zum einen die ersten Motoneurone in der motorischen Hirnrinde (motorischer Kortex) sowie zum anderen die zweiten Motoneurone (Vorderhornzellen des Rückenmarks oder motorische Zellen des Hirnstamms in den Hirnnervenkernen).
Beide Formen lösen verschiedene Symptomen aus. Degenerieren sich die ersten Motoneurone, sorgt das zu einem erhöhten Muskeltonus (spastische Lähmung). Werden die zweiten Motoneurone geschädigt, verursacht dies eine zunehmende Muskelschwäche (Parese bis Plegie), die mit Muskelschwund (Amyotrophie) einhergeht. Dadurch, dass die Muskulatur gelähmt wird, treten unter anderem Gang-, Sprech- und Schluckstörungen auf. Und betroffene Menschen haben eine eingeschränkte Koordination und Schwäche der Arm- und Handmuskulatur, was sie zunehmend bei den Aktivitäten des täglichen Lebens einschränkt.
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