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Metal & ESC

Metal beim Eurovision Song Contest: Monster wider den Mainstream

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Vielfalt für Europa

Vielleicht ist die Zeit für Metal beim ESC auch schon wieder vorbei. Der letzte halbwegs damit zusammen­hängende Beitrag kam 2013 aus Armenien: Dorians landeten mit dem von Tony Iommi komponierten ‘Lonely Planet’ auf dem wenig zufriedenstellenden Platz 18. Weniger metallisch, aber zumindest dem Wacken-Publikum ein Begriff sein dürften Bands wie Unheilig und Santiano, die 2014 im deutschen Vorentscheid scheiterten. Ein ähnliches Schicksal ereilte Faun in Österreich 2015 sowie zuletzt, wie eingangs erwähnt, Avantasia.

Santiano live, Full Metal Cruise 2013

Natürlich rechnen sich Metal-Künstler in einem Mainstream-Wettbewerb, der seit jeher Schlager-Nähe aufweist, keine großen Erfolgs-Chancen aus. Umso essenzieller sollte sein, dass sich hin und wieder trotzdem eine Band des Genres ins Rampenlicht verirrt und Europa zeigt, wozu Gitarren, große Stimmen und lange Haare befähigen können.

Metal bedient längst große Festivals und die Charts, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und begeistert zu viele Menschen, als dass es bei einer historischen Musikveranstaltung wie dem Song Contest ignoriert werden dürfte. Dass sich der Wettbewerb für Gruppen mit Melodien besser eignet als für extremen (manch ein Leser mag sagen: wahren) Metal, leuchtet ein.

Doch egal, welches Genre man favorisiert: Wichtig ist, dass Europa vielfältig bleibt und dies auch musikalisch unter Beweis stellt. Daher ist jeder annähernd harte Beitrag zu begrüßen – egal, ob es sich um „Schlager-Metal“ oder Punk handelt. Und selbst für Metaller kann eine ESC-Teilnahme oder gar ein Sieg positive Folgen haben, weiß Mr. Lordi:

„Das Mainstream-Publikum weiß nun, dass solche Bands existieren. Bis heute gibt es nur wenige Gruppen unserer Richtung, die wirklich bekannt sind und in ganz Europa über Genre-, Alters- und Geschmacksgrenzen hinweg Anerkennung genießen. Auch wenn der Umgang damit für uns nicht nur positiv war, sind wir ebenso Teil der Eurovision-Geschichte wie der Song Contest Teil von Lordis Geschichte ist.“

C. Kersten

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