Um Metal Church ist es selten ruhig. Zuletzt machten Kommentare von Ex-Sänger Marc Lopes die Runde, in denen er sich über die Band ausließ. Gründungsgitarrist Kurdt Vanderhoof äußert sich nun im Interview mit Sea Of Tranquility zu dem veränderten Line-up und erklärt, wie es zustande kam.
Kein Spaß
Der Gitarrist erklärt: „Vor ungefähr zwei Jahren, nach unserer Australien-Tour, eskalierten die Dinge unschön. Die Sache artete in ein Chaos aus und es flog einiges umher. Stet (Howland, Ex-Schlagzeuger – Anm.d.Red.) mochte nicht, wie sich das Business entwickelte, und verließ deswegen die Band. Die anderen Jungs mochten es auch nicht.
Mir gefiel auch nicht, wie sich die Dinge entwickelten. Es machte einfach keinen Spaß mehr. Und bei einer Band unserer Größe ist Spaß Teil des Gehalts. Wenn man keinen Spaß mehr hat… Niemand verdient mehr viel Geld damit, deswegen muss man es sich leisten können, zu spielen und es genießen“, erklärt der Gitarrist.
Fehlendes Interesse
Die Konsequenz: „Ich habe der Band also den Stecker gezogen. Ich fand, das war es nicht mehr wert. Und die Plattenfirmen verloren das Interesse an uns. Beide Labels, europäisch und amerikanisch, waren fertig mit uns. Deswegen gab es für mich auch keinen Grund, weiterzumachen, also setzte ich der Band ein Ende.
Mir war es wichtig, zu betonen, dass ich in der Presse nichts abwertendes über irgendwen in der Band sagen würde, und dass ich hoffte, dass sie es mir gleichtun würden. Aber offenbar fühlten sich ein paar Leute nicht angesprochen. Das ist ihre Sache, nicht meine“, meint Vanderhoof.
Untote Band
Kurze Zeit später im Interview führt er weiter aus: „Ich dachte, wir wären damit durch. Schon wieder. Ich versuche der Band immer wieder ein Ende zu setzen. Diese Band will einfach nicht sterben. Ich hatte ehrlich kein Interesse daran und war fertig. Wir verstanden uns nicht, und das Label hatte kein Interesse. Es ergab einfach keinen Sinn.“
Dann schickte ihm jedoch sein Label Rat Pak ein Demo des Cover-Sängers Brian Allen, der einige Lieder von Metal Church einsang. „Ich dachte erst, das wären unveröffentlichte Aufnahmen von David Wayne (verstorbener Metal Church-Sänger – Anm.d.Red)“, meint Vanderhoof.
Wiederbelebung
Nach einiger Zeit arbeiteten Rat Pak mit David Ellefson wegen des Ellefson-Soto-Projekts zusammen. Der ehemalige Megadeth-Bassist soll Metal Church seine Dienste angeboten haben. „Dann begann es, wieder wirklich interessant zu werden. Und kurz darauf meinte Jeff Plate (ehemaliger Metal Church-Schlagzeuger – Anm.d.Red), er würde gerne wieder mitmachen.“
Plate sollte nicht lange involviert sein, da die Savatage-Reunion seine Aufmerksamkeit bedurfte, wie Vanderhoof erzählt. Stattdessen sprang Drummer Ken Mary ein, der bei Flotsam And Jetsam nicht komplett ausgelastet war. „Zu dem Zeitpunkt war es dann eine offensichtliche Entscheidung“, bekräftigt der Gründungsgitarrist.
—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.
