Mike Patton über den wahren Grund der Tour-Absagen

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Erfolgreich kämpften sich Faith No More mit Mike Patton am gesanglichen Steuer in ihrem zuletzt erschienenen Album SOL INVICTUS (2015) an die Front zurück. Zu diesem Zeitpunkt wusste die Band allerdings noch nicht, dass sie Jahre später den Kampf erneut würden aufnehmen müssen – nur ist der „Gegner“ diesmal ein anderer. Wie eine schwere, dunkle Wolke überschattete die Pandemie die Live-Branche und raubte dabei auch allen Musikliebenden jegliche (Vor-)Freude auf die bevorstehenden Konzerterlebnisse, die ohnehin mit ständigen Absagen verbunden waren. Doch nun, wo die Shows und Festivals wieder anlaufen dürfen, ist der pandemische Alptraum endlich vorbei – oder etwa doch nicht?

Die völlige Entgleisung – Mike Pattons Diagnose: Agoraphobie

Mike Patton ist nicht nur als Sänger der kalifornischen Kult-Band Faith No More bekannt. Ebenfalls ist er fester Bestandteil weiterer Musikgruppen wie Mr. Bungle, Fantômas und Dead Cross. In einem Rolling Stone-Interview berichtet er von seinem wahr gewordenen Alptraum, der erst durch die Isolation während der strengen Lockdown-Zeit ausgelöst wurde. Damit gemeint ist die bei ihm diagnostizierte, soziale Angststörung der Agoraphobie, die sich in seinem Fall vor allem in der Scheu vor Menschen beziehungsweise Menschenmengen äußert:

„Ich war bei einigen Therapeuten und das war das erste Mal, dass ich das in meinem Leben machen musste. Sie diagnostizierten bei mir im Grunde genommen Agoraphobie, das heißt, ich hatte Angst vor Menschen. Ich bin ausgeflippt, wenn ich unter Menschen war. Vielleicht lag es auch daran, dass ich während der COVID-Phase zwei Jahre lang nur zuhause war. Ich weiß es nicht. Vielleicht hat es die Gefühle verstärkt, die ich bereits hatte. Aber allein das Wissen darüber, das Reden darüber, hat wirklich geholfen.“

„Ich bin ausgeflippt, wenn ich unter Menschen war.“

Dabei hätte das Timing zur Feststellung seiner Ängste kaum näher am zeitlichen Geschehen sein können:

„[Es war] genau zu der Zeit, als Faith No More wieder auf Tournee gehen wollten. Da bin ich irgendwie ausgerastet, und das war hässlich und nicht cool. Und das geschah ein paar Tage bevor wir auf Tour gehen sollten. Ich sagte den Jungs: ‚Hey Mann, ich glaube nicht, dass ich es schaffe.‘ Irgendwie war mein Selbstvertrauen zusammengebrochen. Ich wollte einfach nicht vor Leuten stehen, was seltsam ist, weil ich das die Hälfte meines Lebens getan habe. Es war sehr schwer [meine Empfindungen] zu erklären. Und dadurch gab es auf beiden Seiten gebrochene Herzen, aber ich musste es tun. Denn sonst hätte etwas wirklich Schlimmes passieren können.“

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Faith No More (@faithnomore)

Der Frontmann führt die Dramatik der Situation sogar genauer aus: „Ich wusste, wenn ich mich weiter anstrenge, könnte das zu einem katastrophalen Ergebnis führen. Ich dachte nur: ‚Verdammt noch mal, vielleicht muss ich all das gar nicht machen. Auch wenn ich erst zugestimmt und ich damit eine Menge Leute verärgert habe – ich muss mich erst um mich selbst kümmern.‘ Also bemühe ich mich nun darum.“

Ende 2021 verkündeten Faith No More, dass sie durch den Wegfall Pattons alle angekündigten Shows, darunter auch die Europa-Tournee ab Juni 2022, bis auf weiteres absagen.
__

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
twittern
mailen
teilen
Corey Taylor: Das nächste Solo-Album ist in Arbeit

Anfang 2023 sollen die Wege für den Slipknot- und Stone Sour-Frontmann Corey Taylor wieder ins Studio führen. Dort will der 48-Jährige die Arbeiten für sein zweites Solo-Studioalbum aufgreifen. Während seines Auftritts bei der SiriusXM-Show "Trunk Nation With Eddie Trunk" verriet der Musiker, dass „wir einfach ins Studio gehen und es sofort fertigstellen“ werden. „Wenn ich dann mit Slipknot auf Tour bin, werde ich eine richtig geile 'Rock Is Back'-Tour für die Solo-Sachen auf die Beine stellen.“ Im Rahmen dessen sollen nicht bloß die Werke Taylors präsentiert werden, sondern insbesondere zahlreichen jungen Newcomerinnen und Newcomern die Chance geboten werden, ihrer Musik…
Weiterlesen
Zur Startseite