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Monster Magnet-Sänger Dave Wyndorf im Interview

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Wenn es um die Text-Bilder geht, hat sich auch auf dem siebten Monster Magnet-Album 4-WAY DIABLO nicht viel geändert. Songs wie ‘Cyclone’, ‘Wall Of Fire’ oder ‘Blow Your Mind’ sprechen da Bände. Doch wo auf dem Vorgänger MONOLITHIC BABY! noch gekonnt die Gesellschaftskritik hinter den Metaphern hervorlugte, ist 4-WAY DIABLO doch ziemlich anders.

„Ich kann eigentlich gar nicht über die neuen Songs reden, ohne über meine vergangene Tablettensucht zu sprechen,“ beginnt Sänger Dave Wyndorf die Erklärungen, warum das neue Werk eigentlich sehr viel persönlicher geworden ist, als die bisherigen Werke. 2006 wäre er nämlich fast einer Überdosis hoch dosierter Tabletten gestorben. „Plötzlich war ich einfach nur so erleichtert, dass ich überhaupt noch da war, dass sich das natürlich auf meine Texte ausgewirkt hat.“

Doch trotz geänderter Thematik, bedient sich Dave immer noch der lieb gewonnenen Art des Schreibens. Und das mit vollem Vorsatz und gutem Grund. „Als ich Monster Magnet gegründet habe [1989], hatte ich ziemliche Sorge, dass meine Texte viel zu langweilig seien. Wen interessiert es schon, dass mich meine Freundin verlassen hat, oder was ich über das momentane Welt-Geschehen denke. Statt ‚oh my baby left me’ zu singen, sagte ich also‚the earth cracked open and a fucking demon kicked my ass.’ Das rockt viel mehr!“ Und diese Art des Schreibens ist geblieben.

Der rote Faden zieht sich so durch die Texte und landet zum Beispiel direkt im neuen ‘Wall Of Fire’. Doch was will Meister Wyndorf uns mit Zeilen wie ‚killing Nazi-Zombies in a German town sagen‘. Der kettenrauchende Rocker lacht, denn eigentlich ist der Text extrem witzig – wenn man wie er auf trashige Comics á la Hellboy steht. Es geht nämlich um jemanden, dem es ziemlich gut geht, weil er beschließt, nie mehr zu arbeiten und stattdessen mit seiner Schnalle nur noch am Pool rum zu gammeln und zu tagträumen. „Und er träumt halt davon, das ultimative Böse zu vernichten – Nazi Zombies. Wie in Hellboy.“

Humor, wie ihn nur der bekennende Comic und Science Fiction-Fan aufbauen kann. Aber die große Geste, das überdramatische, das alles Dargestellte gleich wieder ins grotesk lächerliche zieht, ist eben Daves Markenzeichen. „Das passiert, wenn du im 20. Jahrhundert in Amerika aufwächst und um dich herum nur Fernsehen, Comics und Rock’n’Roll hast.“

So sehr das aber zu Monster Magnet passt, so wenig fügt die Band sich ins Rock-Geschehen des 21. Jahrhunderts ein, in dem Monster Magnet seit vielen Jahren wie ein Monolith stehen. Groß, alt, oft unverstanden, aber für fast jeden faszinierend. „T. Rex hatten in den 70ern auch immer die großen Gesten, aber heute ist das leider wirklich fast vergessen,“ stimmt der Sänger mit dem verhängnisvollen Hang zu Rauschmitteln zu. Aber eigentlich stört ihn das Leben als Szene-Außenseiter nicht. „Wir haben ja nie so wirklich rein gepasst. Anfang der Neunziger vielleicht, als ein paar spannende Sachen in Seattle passierten – während der Grunge-Zeit. Aber sonst? Wir waren nie wirklich Teil einer Szene.“

Umso einfacher, sich auf das zu konzentrieren, was man selber machen möchte. Und das sind im Falle Dave Wyndorf erstmal drei Dinge: Ein Album mit Filmmusik schreiben. Es gibt zwar keine Filme dazu, aber Filmmusik wird es trotzdem. Zweitens: Ein Solo-Album mit schrägen kleinen Nummern. Viel mit Klavier und ähnlichen Instrumenten. So wie die ruhigen Monster Magnet-Sachen. Drittens: Ein weiteres Monster Magnet-Album. Schließlich sind die Songs von 4-WAY DIABLO noch aus der Phase vor der Überdosis Tabletten. Also von vor März 2006. Es wird also für ihn schon wieder Zeit für mehr.

Wenn etwas davon wirklich spruchreif wird, erfahrt ihr es natürlich beim METAL HAMMER!

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