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Mustaine hat nie Musiker angestellt, weil sie Freunde waren

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Da sich die Geschichte von Megadeth langsam, aber sicher ihrem Ende neigt, soll Mastermind Dave Mustaine in aktuellen Interviews oft zurückblicken, Dinge einordnen und Fazits ziehen. So auch im Gespräch bei Clash Music. Dort tauchte die Frage auf, ob es irgendwelche Musiker gibt, die mal bei Megadeth gespielt haben, aber nicht genug für ihre Beiträge oder Fähigkeiten gewürdigt wurden. Dabei kam der 64-Jährige darauf zu sprechen, dass er nie jemanden für seine Gruppe angeheuert hat, nur weil er mit demjenigen befreundet war.

Freundschaft vs. Business

„Alle waren großartig“, räumte Dave Mustaine direkt zu Beginn ein. „Wenn man tolle Musiker hat, ist das nächste, was gefragt wird: ‚Sind sie großartige Menschen? Habt ihr eine tolle Freundschaft?‘ In Interviews oder Meet & Greets sagte ich immer, wenn Leute mich nach Ratschlägen für neue Bands fragen: ‚Bleibt in der Schule.‘ Denn man muss schlau sein. Man sollte also in der Schule bleiben, aber auch bestimmte Dinge lernen, die einem nicht in der Schule beigebracht werden — wie Scheckbücher oder Zinseszins. Die andere Sache, die ich dabei stets anbringe, ist: ‚Stell nicht deine Freunde ein.‘

Denn wenn man jemanden entlassen muss, wird man auch einen Freund verlieren. Ich habe immer Leute angestellt, bin mit ihnen eine Geschäftsbeziehung eingegangen und habe mich mit manchen über Zeit angefreundet. Wenn dann die Arbeit aufhört, hängt es davon ab, wo wir stehen. Angenommen, man arbeitet in einem Restaurant. Wenn jemand McDonald’s verlässt, um bei Taco Bell zu arbeiten, glaube ich nicht, dass dieser jemand die Leute bei McDonald’s anruft und fragt, wie es ihnen geht. Aber wenn man eine Freundschaft oder vorher bestehende Freundschaft hat, ist es anders.“

Im Bereich des Möglichen

Zuletzt sinnierte Mustaine im Gespräch mit Teraz Rock darüber, ob er es sich vorstellen kann, nach dem Ende von Megadeth ein Soloalbum aufzunehmen. „Ich könnte, ich glaube aber nicht. Ich könnte, ich könnte. Im Augenblick laufen die Dinge so großartig für uns, dass wir gar nicht über das Ende nachdenken. Wir denken an den Anfang hiervon, von dieser Kampagne [zum finalen Band-betitelten Album von Megadeth — Anm.d.A.], und daran, rauszugehen und diese Musik unseren Fans zu zeigen. Und wir haben uns die Tourneen angeschaut, die wir in unseren Kalendern stehen haben — da läuft alles echt gut, was die Tickets angeht. Die Termine verkaufen sich weit im Voraus aus. Und das ist auch gut für uns.“ So mussten viele Konzerte bereits in größere Venues hochverlegt werden.

Überdies kam die Sprache darauf, dass Mustaine schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, eine Soloscheibe aufzunehmen — und zwar vor mehr als zwanzig Jahren. „Ich habe mir bei THE SYSTEM THAT FAILED [2004] den Arm verletzt, die Jungs kontaktiert und gesagt: ‚Ich kann nicht mehr spielen. Und ich muss die Band auflösen.‘ Dann verging etwas Zeit, und mein Arm fing an, wieder heil zu werden. Da fragte mich mein Taufpate Alice Cooper, ob ich bei einer Benefizsache für jemanden mitmache, der für ihn sowie für mich gearbeitet hat, gerade gestorben war und seiner Frau und Tochter nichts hinterlassen hatte. Ich hatte 17 Monate lang keine Gitarre angerührt — nicht einmal in die Hand genommen und wieder hingestellt.

Feuer entfacht

Ich meinte: ‚Ich kann zurzeit kaum Gitarre spielen, also komme ich vorbei und mache etwas, aber es wird nicht toll sein.‘ Also bin ich hingegangen und spielte — und irgendwie wurde dabei die Zündflamme wieder entfacht, das Feuer in mir fing wieder an zu brennen, und ich hatte wieder Lust, zu spielen. Als ich Marty [Friedman, Ex-Megadeth-Gitarrist], Nick [Menza, Ex-Megadeth-Drummer] und David [Ellefson, Ex-Megadeth-Bassist] anrief und mit ihnen redete, kamen wir auf keinen grünen Zweig. Wir sollten nicht wieder zusammenfinden. Ich erspare euch all die unangenehmen Details, doch das war der Punkt, an dem ich mit ein paar anderem Leuten ins Studio ging. Vinnie Colaiuta am Schlagzeug, er ist fantastisch — und dieser Kerl namens Jimmie Sloas, der Bass spielt, war ebenfalls echt gut.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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