2016 riefen Opeth – allen voran Frontmann Mikael Åkerfeldt – das Band-eigene Label Moderbolaget ins Leben. Ein Jahr später erklärte Åkerfeldt in einem Interview, dass er nach den schlechten Erfahrungen mit Roadrunner Records schlicht keinen neuen Plattenvertrag unterzeichnen wollte. Zudem hätten er und seine Kollegen mehr kreative Freiheiten, da sie keinerlei vertraglichen Vorschriften unterlegen seien.
Albernheiten
In einem aktuellen Interview mit Prog Project führt Mikael Åkerfeldt ohne Umschweife ein weiteres Motiv für die Gründung von Moderbolaget an. Das Wortspiel ist hierbei beabsichtigt, denn genau darum geht es laut dem Opeth-Sänger: Die Optik. Obwohl die Band kein neues Engagement mit einem Label eingehen wollte, kam noch 2016 ein Vertrag mit Nuclear Blast zustande. Dieser überdauerte die beiden Alben SORCERESS (2016) und IN CAUDA VENENUM (2019).
„Es ist eigentlich eine ziemlich alberne Geschichte“, meint Åkerfeldt in besagtem Interview. „Ich fand schon immer, dass Nuclear Blast albern klingt. Ich wollte nicht, dass Nuclear Blast auf der Platte steht.“ Um das zu umgehen, habe der Musiker Moderbolaget gegründet. „Natürlich hatten wir am Ende trotzdem das Nuclear Blast-Logo auf der Platte, also war es egal.“ Obendrein seien Opeth von Bands wie den Beatles und Led Zeppelin inspiriert worden, die die Kontrolle über ihre eigenen Veröffentlichungen übernommen hatten.
Zwar sei das eigene Label im Fall der schwedischen Prog-Metaller „nicht hundertprozentig ernst gemeint, aber theoretisch könnten wir auch andere Bands unter Vertrag nehmen.“ Auf die Frage, ob dies künftig der Plan sei, antwortet Åkerfeldt: „Nun ja, nicht wirklich, aber wir könnten.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Vielleicht wäre das ja mein Ruhestandsplan: Ein Platten-Boss sein – ein Mogul, mir einen Anzug kaufen und Zigarren rauchen.“ Das aktuelle Werk THE LAST WILL AND TESTAMENT erschien 2024 bei Reigning Phoenix Music. Moderbolaget gibt es aber nach wie vor.
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