Das komplette Doppel-Interview mit Matthew Greywolf (Powerwolf) und Joacim Cans (Hammerfall) findet ihr in der METAL HAMMER-Märzausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
METAL HAMMER: Matthew, warum habt ihr euch für Hammerfall als „very special guests“ entschieden?
Matthew Greywolf: Wir lieben diese Band! Darauf achten wir bei unseren Vorgruppen immer. Es ist fast egoistisch, aber wir überlegen: Welche Bands mögen wir, wen wollen wir mitnehmen? Ich mag Zusammenstellungen, die eine Geschichte erzählen. Für uns sind Hammerfall wichtig, sie brachten in den Neunzigern diese Art von Heavy Metal zurück und machten, was sie wollten – das inspirierte uns! Diese Tournee fühlt sich an, als würde sich ein Kreis schließen. Uns kümmert nicht, was über unser Image und die Bühnendarbietung gesagt wird. Wir genießen die Freiheit. Genau das taten auch Hammerfall in den Neunzigern, als ich Kind war. Es ist uns eine Ehre, mit ihnen zu touren. Außerdem hörte ich, die Typen sollen ganz nett sein …
Joacim Cans: Danke, das ehrt mich! Es ist wichtig, Bands einzuladen, mit denen man zurechtkommt. Vier Wochen lang eine Band dabeizuhaben, die man nicht mag, ist Folter! Ich schätze an diesem Paket Folgendes: Wir haben nichts erfunden, sondern spielen Heavy Metal, wie wir ihn mögen; Backdrops et cetera erzeugen eine theatralische Atmosphäre. Powerwolf heben diesen Ansatz mit Make-up und Kostümen auf ein neues Niveau, wir betreten als Bühnenpersonae andere Welten. Das ist eine tolle Kombination, die alten und künftigen Heavy-/Power Metal vereint.
Neue Fans gewinnen
MH: Wie wichtig sind Supportshows, Joacim?
JC: Obwohl wir in Deutschland viele Fans haben, ist das für mich eine gute Möglichkeit, ein jüngeres Publikum zu erreichen, das Hammerfall nur von Alben kennt und für nichts Besonderes hält. Es ist wichtig, unsere Live-Energie zu erleben – damit können wir neue Fans überzeugen. Die Reaktionen der Powerwolf-Fans zu erleben, ist cool – vor allem die der Mädels in den ersten Reihen, die zu jedem ihrer Gigs kommen. Beim ersten Konzert fanden sie uns okay, beim zweiten ganz gut, und beim sechsten hatte eine ein Shirt von uns gekauft, das sie unter dem von Powerwolf trug … Manche Fans mögen beide Bands, doch wir müssen sie so von uns überzeugen, dass sie auch zu unseren Gigs kommen.
MG: Genau so gewinnt man ein Publikum für sich!
MH: Hammerfall wurden 1993 gegründet, Powerwolf 2004. Beide Bands zählen heute zu den wichtigsten Bands im Heavy-/Power Metal – auch für eure jeweilige Generation …
JC: Bands wie Powerwolf oder Sabaton sind die nächste Headliner-Generation. Bands wie Iron Maiden sind ewig dabei, haben das Genre mitaufgebaut und bedeuten vielen Leuten eine Menge. Doch niemand weiß, wie lange sie noch auftreten werden. Danach müssen Bands wie Powerwolf oder Sabaton den Staffelstab übernehmen. Ich hoffe, dass auch Hammerfall Teil starker Line-ups sein werden. Ich hatte nie ein Problem damit, für Jüngere zu eröffnen, auch wenn ich weiß, dass einige Bands so etwas nie tun würden. Eine Gruppe weigerte sich, auf Festivals vor uns aufzutreten, weil wir jünger waren. Letztlich spielte sie an einem anderen Tag einen schlechteren Slot.
„Es ist toll, dass sich die Szene stetig neu erfindet!“
MG: Das ist eine traurige Einstellung. Wir spielen in Bands, doch in erster Linie sind wir Heavy Metal-Fans. Ich höre seit meiner Kindheit Metal. Deshalb freue ich mich, wenn ich neue Generationen von Bands aufkommen sehe, die das Zeug zum Headliner haben. Das zeigt, dass es weitergeht und nicht endet, wenn die alten Helden abtreten. Mein Sohn wächst mit einer eigenen Generation von Bands auf. Manchmal spielt ihm sein alter Dad ein paar Klassiker vor, doch er entdeckt ganz andere, eigene Bands. Es ist toll, dass sich die Szene stetig neu erfindet! Das stimmt mich glücklich: Offenbar war Heavy Metal nicht nur in einem Moment der Geschichte relevant, sondern bleibt es. Neue Bands erheben sich, bringen andere Inspirationen mit und sprechen die nächsten Fan-Generationen an.
JC: Powerwolf genießen bei neuen Generationen viel Zuspruch, sie wollen ab der ersten Sekunde unterhalten werden. Jüngere Fans brauchen einen Einstieg ins Genre, danach können sie sich immer noch mit allem Vorherigen beschäftigen und Bands wie Hammerfall entdecken.
MH: Mit Ozzy Osbournes Tod verlor die Szene 2025 eines ihrer größten Idole. Auch andere Helden sterben oder beenden ihre Karrieren. Glaubt ihr, dass Bands heute noch so groß und ikonisch werden können wie die Pioniere – und wie stellt man das an?
JC: Das ist schwer. Man wird immer mit den Bands verglichen, die zuerst kamen. Das passiert uns oft: Wenn jemand sagt, wie gern er Hammerfall hört, grätschen andere rein und fragen, ob er bereits diese oder jene Band kennt, die es schon viel länger gibt. Doch man braucht immer einen Einstieg!
Neue Legenden
MG: Als Legenden wie Ozzy Osbourne und Iron Maiden aufkamen, war die Szene viel kleiner; dazu gibt es heute mehr Unterhaltungsmöglichkeiten. Doch Lieblingsgruppen haben viel mit der eigenen Biografie zu tun: Die Bands, die ich mit 13 entdeckte, bleiben für mich groß und bedeutsam – mir ist egal, ob es ältere, noch legendärere Gruppen gibt, da genau diese Bands für mich diese bedeutende Rolle spielen. Wenn ich auf unseren Konzerten Zwölfjährige entdecke, werde ich manchmal total emotional – dann sehe ich mich selbst auf meiner ersten Metal-Show, die meine Welt veränderte. Ich war danach ein anderer Mensch und wusste, dass ich genau das wollte. Heute ändern vielleicht wir das Leben junger Kids – genau das erzeugt ständig neue Legenden.
JC: Man muss die Ansichten junger Menschen akzeptieren: Wenn Kids heute Band A oder B als Lieblingsgruppe nennen, sollte man das respektieren. Die erste Liebe vergisst man nie, das gilt auch für Musik. Ich zog vor elf Jahren nach Stockholm und musste 1.500 Platten in mein Sommerhaus schaffen. Das brannte mir ein Loch in die Seele! Meine 400 wichtigsten Platten nahm ich mit. Wenn ich sie auflege, die Cover betrachte und Texte lese, fühlt sich das bedeutsam an. Über schlechte Produktionen sehe ich hinweg – schließlich habe ich die Alben aus einem bestimmten Grund gekauft.
„Jedes Album erzählt eine Geschichte aus dem eigenen Leben.“
MG: Ich weiß, was du meinst – nur dass es bei mir CDs sind. Ich musste aufgrund einer Umstrukturierung im Haus Teile meiner Sammlung in den Dachboden schaffen, die Entscheidung fiel mir schwer. Mein Sohn verstand das gar nicht, da er nicht damit aufgewachsen ist, doch ich weiß von jeder CD, wo ich sie gekauft habe. Zu einigen habe ich eine derart starke Verbindung, dass sie bis heute das in mir auslösen, was ich beim ersten Hören spürte.
JC: Jedes Album erzählt eine Geschichte aus dem eigenen Leben – wo man damals war und was man erlebt hat. Man könnte eine autobiografische Playlist mit Titeln aus jedem Lebensjahr erstellen, eine Art Audiobiografie.
Welchen Herausforderungen sich beide Bands stellen müssen und wie wichtig ihnen ihr Image ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Märzausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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