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Ratt: Stephen Pearcy würde heute vieles anders machen

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Bei vielen Glam Metal-Bands ging es mehr als wild zu. So dürfte es auch niemanden verwundern, dass zum Beispiel auch Ratt implodiert sind. Stephen Pearcy, der einstige Frontmann der Achtziger-Ikonen, war kürzlich im The Magnificent Others-Podcast von Smashing Pumpkins-Mastermind Billy Corgan zu Gast. Dort gesteht der 69-Jährige, dass er die Dinge in den Anfangstagen der Gruppe definitiv anders angehen würde, wenn er noch einmal die Chance dazu bekommen würde — um eben zu verhindern, dass das klassische Line-up auseinanderbricht.

Zu viele Köche

„Zu eintausend Prozent hätte ich es definitiv anders gemacht“, beteuert Pearcy. „Denn als ich Ratt gegründet habe, wie meine Jungs jetzt wissen, hätte alles weiter funktioniert, wenn man einfach…“, stockt Stephen, nur um zu gestehen: „Ich hatte nicht alle Antworten, ich habe die Gruppe nur erschaffen.“ Natürlich hakt Billy Corgan daraufhin nach und will wissen, warum die Dinge den Bach runtergegangen sind.

Pearcys Erklärung: „Zu viele Köche. 100-prozentig. Weil die ersten paar Jahre war es cool — als Robbin und ich den Wahnsinn dirigierten. Und wir wussten, was wir taten. Denn wir folgten der Van Halen-Schematik, schieben wir es auf sie. Mein Arbeitsethos war: ‚Wir werden Ärsche treten, wir werden großartig aussehen, wir werden das machen.’ Nach dem Motto: ‘Einfach drauflos.’ Irgendwann war es das jedoch nicht mehr.“

Des Weiteren kam das Gespräch noch darauf, dass Stephen der einzige Musiker der klassischen Ratt-Besetzung ist, der die Lieder der Formation immer noch regelmäßig live spielt — sei es mit seiner Soloband oder zusammen mit Gitarrist Warren DeMartini. „Ich bin der letzte Mohikaner — und ich bin stolz auf das, was wir gemacht haben. Wir haben eine tolle Sache gemacht. Es ist, wie Marshall Berle [ehemaliger Manager von Ratt — Anm.d.A.] gesagt hat: ‚Ihr hattet euren Moment.’

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Es war verrückt, aber es war eine wunderschöne Sache. Und ich weiß es einfach nicht… Manchmal verwirrt es mich, was mit manchen Leute geschieht — besonders, wenn man ihnen etwas gibt, was nicht wirklich ihnen gehört. Sie bekommen ein Stück von etwas, von dem sie nicht wirklich wissen, wie man es handhabt oder kontrolliert. Sie wissen nicht, wie sie ihr Zeug gebacken kriegen. Ich weiß das. Ich schaue, dass es klappt.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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