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1914 VIRIBUS UNITIS

Death Metal, Napalm/OPEN (10 Songs / VÖ: 14.11.)

6/ 7
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Das Schaffen von 1914 wirkt aktueller denn je: Die 2014 formierten Death-Metaller kommen aus der Ukraine und vertonen den Krieg – wenngleich nicht den aktuellen, sondern den zur Band-Gründung genau hundert Jahre zurückliegenden Beginn des Ersten Weltkriegs. Die Beklemmung beim Hören ihrer Alben und Konzerte schwingt trotzdem immer mit. Dies gilt auch für ihr Viertwerk, das wie eine Art Chronik des Konflikts anmutet und seine Stücke jeweils einzelnen Jahren und expliziten Schlachten oder anderen prägenden Aspekten widmet: VIRIBUS UNITIS beginnt mit der Version der österreichischen Kaiserhymne ‘Gott erhalte, Gott beschütze’ aus dem Jahr 1914 und eröffnet in der Folge das todes­metallische Sperrfeuerwerk.

Songs wie ‘1914 (The Siege Of Przemys’l)’ oder das neunminütige, von Chören gezierte ‘1915 (Easter Battle For The Zwinin Ridge)’ stürmen brutal und mit packenden Melodien bewaffnet dahin, enthalten aber auch Einschübe mit damaliger Musik, die das wüste Spektakel durchbrechen und zeitlich einordnen. ‘1916 (The Südtirol Offensive)’ beginnt mit Schüssen und wartet mit mitskandierbaren Ausrufen und einem tollen End-Riff auf, das variable ‘1917 (The Isonzo Front)’ reißt in schnellen sowie getragenen Passagen mit (und birgt in der Zeile „crossing the Rubicon“ kurioserweise eine Parallele zu Sabatons LEGENDS). Dem Endjahr des Weltkriegs widmet die Truppe gleich drei Stücke: Das getragene ‘1918 Pt 1: WIA (Wounded In Action)’ beschwört mit Chören und endet mit kaum ertragbaren Schmerzensschreien.

Im langsamen ‘1918 Pt 2: POW (Prisoner Of War)’ mischt Sänger Christopher Scott von der US-Band Precious Death mit, und im von Windgeräuschen eingeleiteten ‘1918 Pt 3: ADE (A Duty To Escape)’ bringt der Klargesang von Aaron Stainthorpe (Ex-My Dying Bride) Tragik ein. Das Klavierstück ‘1919 (The Home Where I Died)’ intoniert Jérôme Reuter (Rome) bewegend. Die Tatsache, dass das 57-minütige Werk mit den Zeilen „I’m going back to Ukraine / The war that never ends“ sowie der ukrainischen Hymne von 1916 endet, bricht einem endgültig das Herz. VIRIBUS UNITIS hat alles, was man von 1914 hören will – es ist toll zusammengestellt und wartet mit einer gelungenen Balance zwischen eiskaltem Geknüppel, doomigen Passagen und atmosphärischen Einflechtungen auf, ohne überfrachtet zu wirken. Darüber hinaus packt das Werk von vorne bis hinten, geht emotional unter die Haut und besitzt nicht zuletzt angesichts der aktuellen Lage überragende Relevanz. Mehr kann Kunst kaum leisten.

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