Wie kann man sich nur so hart gönnen? Nach dem mit unvergleichlich klebrigen Refrains gesegneten THE NEXUS (2013) kam MASSIVE ADDICTIVE (2014) vergleichsweise brav, böse gesagt: gewöhnlich daher (Ausnahmen wie ‘Drop Dead Cynical’ bestätigen die Regel). Dafür drehen Amaranthe jetzt richtig am Rad!
MAXIMALISM trägt seinen Namen zu Recht: Die Schweden treiben ihr Markenzeichen, die kompromisslose Mischung aus Dancefloor-Pop und Metal, auf die Spitze – bereits die Song-Titel platzen vor kinetischer Energie! Das Eröffnungsdoppel ‘Maximize’ und ‘Boomerang’ ist astreine Neunziger-Jahre-Rave-Mucke (plus Gitarren und Gebrüll), das musical-artige ‘Supersonic’ wäre gerne Lady Gagas Metal-Hit geworden, ‘That Song’ war Halestorm zu poppig, ‘Fury’ verschmilzt Melodic Death Metal und Breakdowns mit einem Refrain der Güteklasse Aqua (‘Barbie Girl’), und die Kitschballaden ‘Limitless’ und ‘Endlessly’ könnten von Rihanna beziehungsweise Spice Girls stammen (Respekt vor Elize Ryds Wandlungsfähigkeit und Stimmvolumen!).
Highlight: ‘Faster’ ist ein dreiminütiger Sprint durchs rhythmisch wummernde Minenfeld, Angebersolo inklusive. Kitsch, Pathos, Plastik, Zuckerschock: Kann man kacke finden, muss man aber eigentlich lieb haben. Amaranthe sind die europäische Antwort auf Babymetal, MAXIMALISM der Soundtrack für die gut gelaunte Belagerung Trveheims.
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