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Cathedral THE GUESSING GAME Review

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Dem Alter billigt man ein gewisses Maß an Exzentrizität zu. Den Briten auch. Kommt also beides zusammen, darf man sich auf was gefasst machen – falls man sich dieses Gedankenkonstrukt nicht erst wie ich im Nachhinein zusammengebastelt hat. Tatsache ist, dass das Einzige, was bei mir während der ersten Songs von THE GUESSING GAME mitgebangt hat, die Kinnlade war, und besagtes Ratespiel sich rasch auf die Frage, verdammt noch mal welche Drogen hier im Spiel waren, konzentrierte.

Nur so viel: Song Nummer zwei, ‘Funeral Of Dreams’, Lee Dorrian rapt zu Seventies-Psychedelic-Prog-Gedudel. Unfassbar – und ziemlich schräg. Nachdem THE GARDEN OF UNEARTHLY DELIGHTS 2005 noch fettesten Doom abgeliefert hatte, tanzen die machtvollen Moll-Riffs (die gibt’s nämlich auch, Gott sei Dank) diesmal einen skurrilen Tanz mit einer ganzen Menagerie von absurden Klanggestalten. Richtig Biertrinkkompatibles gibt es nur am Ende der Doppel-CD in Form des Slo-Mo-Brechers ‘Requiem For The Voiceless’ und der Groove-Bombe ‘Journey Into Jade’. Aber das wiederum als „versöhnlichen Ausklang“ zu apostrophieren, hieße, die kaleidoskopartige Achterbahnfahrt zuvor nicht zu würdigen.

Klar, Cathedral irritieren wie vielleicht noch nie in ihrer Karriere, aber auch die verrücktesten Experimente haben bei ihnen Struktur, „passen“ in den Rahmen, den sie in ihrer 20-jährigen Karriere aufgespannt haben, und machen – bei aller Irritation – mehr Spaß als all diese CDs, bei denen man nach dem ersten Song schon weiß, wie der Rest sein wird.

Robert Müller

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der April-Ausgabe des METAL HAMMER.


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