Confess gründeten sich Ende der 2000er, als die neue Welle der Sleaze-Metaller und Glam-Punks dank schwedischer Szenehelden wie Crashdïet oder Crazy Lixx ihren Höhepunkt erreichte – und danach leider langsam wieder in die Obskurität abebbte. Ein Großteil der damaligen Bands ging mit dieser Welle unter, nicht aber die Stockholmer Fünfertruppe Confess, die in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder ein Album raushaut. So auch jetzt – nur dass zur Unregelmäßigkeit nun auch Gemäßigtheit ihren Weg in die Band gefunden hat. Das räudig-dreckige, gefährlich-verlotterte, was Sleaze – und Confess auf Alben wie JAIL oder HAUNTERS – ausgemacht hat, wurde hier, ausgerechnet bei einem Album mit dem Titel METALMORPHOSIS, mit glänzendem Melodic Rock-Lack übermalt. Zwar gibt es noch einige schön schnodderige Riffs, die wie in ‘Colorvision’ oder ‘Plague Of Steel’ mit einer punkigen Simplizität und stampfenden Härte sowie dem Genre-typisch hohen und kratzigen Gesang von Frontmann John Elliot überzeugen können, doch das sind auf Album fünf die Ausreißer. Zu oft setzt sich der Wunsch nach schmierigen Hymnen mit billigen Synthesizern durch. ‘Wicked Temptations’ oder der Titel-Song schmeißen derart mit Achtziger-Keyboardpassagen und schrillen Melodien um sich, dass einem fast das Platinblond aus der Mähne wächst. Nichtsdestotrotz gibt es genug Momente echten Könnens: Die überraschend epische Wikingernummer ‘Silvermalen’ oder das Mundharmonikagitarrensolo in ‘The Warriors’ reißen das Ruder am Ende doch noch rum.
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