Dan Byrne gehört zu diesen wenigen Personen, die es direkt schaffen, unter ihrem Eigennamen ein erfolgreiches Musikprojekt zu starten – etwas, das sonst nur Band-Musikern auf Soloabwegen vorbehalten ist. 2023 veröffentlichte der aus der etwas heruntergekommenen britischen Küstenregion Mersey stammende Musiker seine Debüt-EP und traf damit einen Nerv im chronisch unterrockten Königreich. Denn seitdem tourt er regelmäßig durchs Land – und mit seinem ersten Langspieler will er nun auch den Rest des Kontinents erreichen. Tja, er hätte sich gerne etwas mehr ins Zeug legen dürfen. Track eins, ‘Saviour’, ist für den Klang der restlichen Scheibe bezeichnend: Moderner Hard Rock mit subtilem US-Country-Einschlag. Ganz cool sind die immer wiederkehrenden Background-Chorakzente, die auch Songs wie die retrogerechte Soul-Nummer ‘Praise Hell’ aufwerten, sowie die stimmige Instrumentalisierung – man merkt, dass beim Songwriting jemand am Werk war, der genau weiß, was wo hingehört. Damit verliert THIS IS WHERE THE SHOW BEGINS aber auch an Seele. ‘Cherry & Leather’ oder ‘Temple’ sind zwar perfekt produziert, aber die durchgeplante, gewollt eingängige Melodie und all die Studiospielereien lassen das Album eher wie den Rock-Ausflug eines Pop-Künstlers wirken als wie ein authentisches Werk eines jungen Rockers, der inhaltlich mehr Profil zeigt. Es hilft dabei natürlich auch nicht, dass Dan nicht davon wegkommt, dieselben durchgekauten Themen wie Junge trifft Mädchen sowie unüberzeugende Selbstreflexionen zu besingen.
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