Die (Un-)Toten klingen lebendig wie nie! Auf ihrem dritten Album scheinen sich Dominum endgültig freigeschwommen zu haben: Den Kern von Dr. Deads Zombie-Metal-Band bildet unverändert moderner Power Metal, allerdings mit noch weiter in alle Richtungen ausgestreckten Armen. Von Modern- und Groove Metal bis Hard Rock und Glam verbeißen sich Felix Heldt (der in hellen Pop- und Musical- wie düsteren Metal-Stimmlagen brilliert) und seine Mitstreiter in allerlei Einflüsse, um die Happen zu rotzfrech-ohrwurmigen und augenzwinkernd-morbiden Dreiminütern zusammenzunähen. Mögen ‘Nosferatu’ und der Einstieg mit ‘The Circus Is In Town’ auf den ersten Hör arg simpel erscheinen (spätestens der Slipknot-artige Breakdown straft diesen Eindruck Lüge), packen das breitbeinig rockende ‘Doctor Doctor’ (ohne direkte UFO-Anleihen) und der mit viel Mitsingpotenzial ausgestattete Friedhofsstampfer ‘Children Of The Night’ vorbehaltlos. Mit dem tänzelnden ‘Dark Melodies’ betonen Dominum ihre düster-romantische Seite, geben sich schwung- und kraftvoll mit ‘Night Is Calling’ (unterstützt von der neuen Battle Beast-Sängerin Marina La Torraca) sowie mächtig und durchschlagend mit dem filmreifen ‘Jack The Ripper’. Das pompös produzierte und inszenierte Album gefällt durch das Miteinander mystischer und neckischer Klänge – auf die Spitze getrieben im erhabenen Banger ‘I Don’t Drink Wine’ und in ‘Endzeit’, das wie eine Mischung aus Ghost und Five Finger Death Punch klingt – diesen Spagat muss man erst mal hinkriegen. Dominum gelingt dies auf NIGHT IS CALLING leichtfüßig. Damit beweisen sie sich als einer der musikalisch und konzeptionell rundesten Newcomer der jüngeren Vergangenheit.
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