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Eisregen Marschmusik

Dark Metal, Massacre/Soulfood (12SOngs / VÖ: erschienen)

4/ 7
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Seit nunmehr zwanzig Jahren kämpfen sich Eisregen durch eine Welt voller Hindernisse: Doch Bundesprüfstelle, finanzielle Engpässe, Label-Politik, musikalische Irrfahrten oder eigene Fehler (‘Flötenmongo’, irgendwer?) haben die Horrorbotschafter nie daran gehindert, ihren eigenwilligen Humor zu verbreiten und Jahr für Jahr neu zu schockieren.

So auch mit Album Nummer elf: Bereits der Vorbote in Form der Mini-CD BRUMMBÄR und der Titel kündigten das Thema Krieg an, das MARSCHMUSIK – zumindest teilweise – beinhaltet. Musikalisch zeigen sich Eisregen erneut von ihrer harten Seite, die in apokalyptischem Todesgeschrammel (‘Bunkertür’, ‘Foltergeist’) gipfelt und von Gastspielen an Keyboard (DF) und Flöte (Frau N. Feind) untermalt wird. Auf den titelgebenden Marsch-Einsteiger präsentiert die Gruppe makabre Höhepunkte wie ‘Leichensack’, das religionskritische ‘Gott der Panzer’, das apokalyptische Zündelopus ‘Fleischbrand’, das von verdrogter Blasmusik geschwängerte ‘Panzerschokolade‘ sowie den absurden Bonus ‘Pervertin Peter (So lange die Schokolade reicht)’ – allesamt großartig intoniert vom keifenden M. Roth, der dem abgründigen Psychopathen eine unheimlich glaubwürdige Stimme verleiht.

In Sachen (Drum-)Sound bleibt dagegen ein Fragezeichen zurück. Dazu müssen sich die Thüringer den Vorwurf zu vieler Wieder­holungen gefallen lassen: Es wird nicht nur einmal mehr die Werkzeugkiste geöffnet (‘Bunkertür’) und allerlei Unheil auf Haut angestellt (‘Mein Leben auf deiner Haut’), sondern auch pervers-romantischen Visionen gefrönt (‘Leichensack’), die vom Kriegsleid gezeugt wurden. Leider gelingt es Eisregen in der Gesamtheit nicht, das mit den oben genannten Stücken präsentierte Niveau konstant zu halten – drei schwache Songs weniger bei 40 Minuten Spielzeit hätten es an dieser Stelle auch getan.

Doch auch wenn nicht alle Vor­zeichen gut stehen und Eisregen sich das Leben gerne selbst schwer machen, sind und bleiben die Thüringer die Meister des ­Makabren, die nach wie vor eine einzigartige Rolle in der deutschen Szene spielen.


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