Mit ihrer Mischung aus coriger Härte und eingängigem Emo-Sound mit zunehmendem Glam-Faktor haben sich Escape The Fate in den letzten zehn Jahren eine beachtliche Fanbase aufgebaut. Ihr fünftes Album HATE ME soll das L.A.-Quartett jetzt weitere Stufen der Karriereleiter emportragen. Das könnte gelingen: Die Core-Kanten wurden entschärft, die Melodien aufgeplüscht. Das rückt Escape The Fate klanglich des Öfteren nah an Linkin Park. Aber auch an eine miese *Nsync-Cover-Kapelle.
Man muss kein True-Metaller sein, um bei der Autotune-Ballade ‘Breaking Me Down’, dem anbiedernden Schunkel-Core ‘Get Up, Get Out’ und den günstigen Dancefloor-Sounds eines ‘Live For Today’ seine Fußnägel beim Hochrollen beobachten zu können. Ja, eingängig sind die Songs. Aber zu oft auch eklig künstlich klebrig. Doppelt schade, denn unrockbar sind die Schicksalsflüchtlinge längst nicht: Immer wieder groovt und bollert HATE ME sauber, die gut sitzenden Soli kommen mit Achtziger-Jahre-Attitüde daher, und mit ‘Les Enfants Terrible’ hat sich ein veritabler Metalcore-Hit auf das Album verirrt.
Unterm Strich machen in dieser Nische Eskimo Callboy jedoch ziemlich alles besser.
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Bagman
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