RED ASPHALT zementiert Exhumeds Stellung im gorigen Death Metal eindrucksvoll. Die Band verwebt ihren klassischen Deathgrind-Kern mit ausgeprägten Thrash- und Punk-Grooves, ohne an Brutalität einzubüßen. Die Gitarrenarbeit ist messerscharf und dynamisch, der Sound hat beste Entombed-Anleihen, die Drums wechseln souverän zwischen Hochgeschwindigkeitsattacken und rollenden Midtempo-Passagen, während Matt Harveys Vocals wie ein rostiger Presslufthammer durch den Mix schneiden. Der Einstieg ‘Unsafe At Any Speed’ setzt sofort ein Ausrufezeichen: hemmungslos, aber strukturiert. ‘Red Asphalt’ und ‘Shock Trauma’ bestechen durch einprägsame Riffs, die sich trotz Tempo ins Gedächtnis fräsen. Mit ‘Shovelhead“ und ‘The Iron Graveyard’ beweisen Exhumed ihr Gespür für morbiden Groove und fast rockige Sleazigkeit, ohne den Todesschlagfaktor zu verlieren. ‘Crawling From The Wreckage’, ‘Signal Thirty’ und ‘Death On Four Wheels’ wirken wie musikalische Massenkarambolagen – präzise kontrolliert und dennoch chaotisch genug, um maximalen Schaden anzurichten. ‘Symphorophilia’ und ‘The Fumes’ runden das Album als besonders abgründige, giftige Highlights ab. Thematisch ist RED ASPHALT eine blutige Allegorie auf die amerikanische Straße als Ort von Freiheit, Wahnsinn und Tod – konsequent, zynisch und erstaunlich reflektiert. EXHUMED klingen fokussierter denn je und verbinden alte Schule mit moderner Durchschlagskraft. Trotz stetig wechselnder Trends im extremen Metal bleibt die Band ihrer Vision kompromisslos treu – RED ASPHALT ist ein weiteres starkes Kapitel ihrer blutunterlaufenen Geschichte.
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