Kritik zu Five Finger Death Punch AND JUSTICE FOR NONE

Five Finger Death Punch AND JUSTICE FOR NONE

Groove Metal, Eleven Seven/Sony (13 Songs / VÖ: 18.5.)

6/ 7
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Keine Experimente – diesen Leitsatz scheinen sich Five Finger Death Punch für ihr siebtes Album auf die Fahne geschrieben zu haben. Nach turbulenten Jahren, in denen Sänger Ivan Moody wiederholt am Abgrund schien und ein Rechtsstreit mit der ehemaligen Plattenfirma am Nervenkostüm zerrte, sei dies Band und Fans gegönnt. Zumal Stillstand hier nichts mit Gezähmtheit zu tun hat: AND JUSTICE FOR NONE boxt und beißt, zerrt und schreit!

Dem Ärger der letzten Jahre musste hörbar Luft gemacht werden – ohne Gram, doch mit Bitterkeit und voll forscher Energie. Dabei räumen die Bollo-Melancholiker textlich nicht nur mit ihrer jüngeren Vergangenheit auf, sondern sprechen zugleich ihren Anhängern aus der geschundenen Seele. ‘Fake’ ist eine klare, kantige Ansage, die sich an Pantera und alte Machine Head anlehnt, während ‘Sham-Pain’ zunächst auf dicke New Metal-Hose macht, um spätestens im Refrain sein emotional mitgenommenes Gesicht zu zeigen. Der Prollfaktor scheint im Vergleich zum Vorgänger GOT YOUR SIX (2015) zurückgefahren, häufig brilliert Moody mit packendem Klargesang – wie im Wüsten-Banger ‘Blue On Black’ oder der Pathosballade ‘I Refuse’.

Harte Riff-Märsche wie ‘Fire In The Hole’ oder ‘It Doesn’t Matter’ bringen wiederum Freunde von ‘Jekyll & Hyde’ und ‘Burn MF’ zum Toben. Sind Groove und Eier noch so dick, bleibt doch Raum für instrumentale Finessen, Gefühl und packendes Songwriting, das durchgehend Highlights setzen kann. Das richtige Album zur richtigen Zeit!

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