Es bedarf schon einer gehörigen Portion Selbstlosigkeit, um als versierter Keyboarder seinem Gitarristen den Vortritt zu lassen. Die meisten Kompositionen aus der Feder von Tastenkünstlern sind sphärisch, verträumt, melancholisch – nicht so bei der Band Frost*.
Deren künstlerischer Kopf heißt Jem Godfrey, spielt zwar die besagten Keyboards bravourös, aber stellt seine Kunst zugunsten seines namhaften Saitenspielers John Mitchell (Arena, It Bites, Kino) zurück und erlaubt den Songs, kräftig gen Metal gebürstet zu werden.
So ist EXPERIMENTS IN MASS APPEAL alles andere als ein lauwarmer Aufguss des Debütalbums MILLIONTOWN (2006), sondern vielmehr ein raues, modernes Prog Metal-Pamphlet mit viel Wucht und einer gehörigen Portion Lautstärke.
Nebenbei hat Godfrey mittlerweile auch den Gesang abgegeben – der Nachfolger (und Neuzugang) heißt Declan Burke und kann ebenso als Gas gebender Gitarrist überzeugen. Ist diese Scheibe also die Zukunft des Prog Metal? Mag sein, sie ist auf jeden Fall ein gelungener Hybrid aus Prog, Nu Metal und elektronischem Lärm à la Prodigy.
Matthias Mineur
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Januar-Ausgabe des METAL HAMMER.
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