Es scheint, dass Prog Rock besonders dazu geeignet ist, den Zustand der Welt zu analysieren, die eigene Befindlichkeit, den Verlust funktionierender Gesellschaftsformen, die zunehmende Polarisierung auf extreme Ansichten. Und so stimmen auch die Waliser Prog-Rocker Godsticks mit ihrem siebten Album VOID in das große Klagen ein und knöpfen sich – wenn auch unterschwellig und oft metaphorisch – den aktuellen US-Präsidenten vor. Sänger Darran Charles spricht von einer bei sich selbst zu spürenden inneren Leere und klingt daher in den überwiegend sperrigen und rhythmisch komplexen Songs unverkennbar skeptisch und desillusioniert. Dazu passen auch die harmonischen Wendungen der Songs, die von Gitarrist Gavin Bushell durch alle möglichen Akkordbewegungen getrieben werden und bei denen Schlagzeuger Tom Price und Bassneuzugang Francis George jede Gelegenheit nutzen, um mit kleinen künstlerischen „Gemeinheiten“ zu punkten. Folgerichtig hören die Songs auf aussagekräftige Titel wie ‘Watch It Burn’, ‘Torn Again’, ‘Hope Is Burning’, ‘Ruthless Coward’ oder – als Zweiteiler – ‘Talking Through Walls’. Das alles lässt kaum gute Stimmung aufkommen, sondern klingt wie beabsichtigt: aufrüttelnd!
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
