22 Jahre ist es her, dass ein Guns N’ Roses-Bühnenbild über den heimischen Bildschirm flackerte. Für Axls neue Formation ist dieser, im November 2012 in Las Vegas mitgeschnittene Gunners-Gig gar das erste offizielle (3D-Format-)Live-Zeugnis. So mag anfangs der Anblick der neuen Guns-Gesichter auf der Bühne – vor allem bei Klassikern wie ‘Welcome To The Jungle’ oder ‘Mr. Brownstone’ – für manchen immer noch befremdlich wirken.
Es braucht somit ein paar Songs, bis nach gut 40 Minuten mit ‘Live And Let Die’ das Eis endgültig gebrochen ist. ‘This I Love’ und ‘Better’ versprühen eindringlich den Geist der neuen Guns N’ Roses. Stinson, Dizzy Reed, Bumblefoot und DJ Ashba bekommen sukzessive alle ihre separaten Soloscheinwerfereinlagen und brillieren darüber hinaus mit Material wie Led Zeppelins ‘No Quarter’, ‘Catcher In The Rye’ und ‘Street Of Dreams’ von da ab auch im Verbund. Dann der ultimative Las Vegas-Moment: Zu den Klavierklängen von ‘November Rain’ hebt Axl mitsamt seinem Flügel förmlich ab und schwebt meterhoch über dem Auditorium. Überhaupt lassen sich Roses Leistungen über diesen knapp dreistündigen Mammut-Gig nicht in Verruf bringen. Stimmlich potent und charismatisch, gibt der exzentrische Frontmann immer noch den Schamanen und Schlangentänzer, so gut es geht – und bleibt dabei stets Ausnahmekünstler.
Was die Band angeht, kann man von Mietmusikern mittlerweile wirklich nicht mehr sprechen: Axl hat einen echten, neuen Verbund gefunden. Allein die ewige APPETITE-Gewichtigkeit wird wohl für immer zu schwer auf diesem Schulterschluss lasten. Abzüge gibt es indes eher für die visuelle Aufbereitung des Ganzen, die, etwas zu statisch geraten, atmosphärische Anteilnahme vermissen lässt.
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