Als Team Cherry ‘Hollow Knight’ (2017) veröffentlichten, entpuppte sich der zunächst putzige Metroidvania-Titel nicht nur als echtes Genrehighlight, sondern auch eine Erfahrung, die zugleich bezaubert und herausfordert. Als namenloser Ritter streift der Spieler durch die verfallene Insektenmetropole Hallownest, stets auf der Suche nach den verblassten Spuren eines einst blühenden Königreichs. Die Geschichte erschließt sich nicht frontal, sondern in Fragmenten: über die stillen Hinweise der Umwelt, das eindringliche Gegner-Design, kryptische NPC-Dialoge und subtile Zwischentöne. Vieles bleibt bewusst vage, und genau diese Unsicherheit zieht in ihren Bann. Unterstützt wird die melancholische Erzählweise von der schlichten, handgezeichneten Optik und der detailverliebten Weltgestaltung, die gleichermaßen verzaubert und beklemmend wirkt. Doch der erste Eindruck kann trügen.
Hinter der stillen Schönheit lauern Gefechte, welche die Spieler an die Grenze der Geschicklichkeit bringen. Der Erfolg von ‘Hollow Knight’ war so groß, dass Team Cherry die ursprünglich per Kickstarter geplanten DLCs zurückstellte und stattdessen mit ‘Hollow Knight: Silksong’ (2025) eine vollwertige Fortsetzung schuf, die ihrem Vorgänger spielerisch in nichts nachsteht. Wer also erst mit dem zweiten Teil eingestiegen ist, sollte den Erstling spätestens jetzt nachholen – nicht aus historischem Pflichtgefühl, sondern weil ‘Hollow Knight’ auch heute noch zu den eindrucksvollsten Metroidvania-Erlebnissen überhaupt gehört: fordernd, atmosphärisch dicht und getragen von einer Welt, deren Nachklang lange in Erinnerung bleibt.
