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In Extremo QUID PRO QUO

Mittelalter Metal, Vertigo/Universal (11 Songs / V.Ö. 24.6.)

6/ 7
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Schritt zurück nach vorn! Nachdem das Mittelalterliche beim Vorgänger KUNSTRAUB noch ein Stück weiter in den Hintergrund gerutscht war, suhlen sich die Sieben nun wieder ausgiebiger in traditionellen Klängen. Mit vollem Erfolg:

Zum ersten Mal seit SÜNDER OHNE ZÜGEL gelingt In Extremo der Sprung an die Soundcheck-Spitze! Wohlgemerkt zählt das 2001er-Album mit Songs wie ‘Wind’, ‘Vollmond’ und ‘Merseburger Zaubersprüche II’ bis heute zu den klaren Fan-Favoriten. Entsprechend hoch dürfen die Erwartungen an das neue Material sein – und groß die Freude der Anhänger, dass die Band ihre selbst gesetzte Hürde scheinbar ganz locker nimmt! Dabei ist QUID PRO QUO weit entfernt vom bloßen Aufkochen eines alten Erfolgsrezepts. In Extremo beweisen sich als Freibeuter auf der weiten Metal-See: Treibende NDH- und zündende Rock-Riffs, Brecher und Balladen, Dudelsack und drückende Sounds, Hits und Hymnen tummeln sich in lange nicht gesehener Dichte an Deck.

Wie um das zu unterstreichen, holen sich die Mittelalter-Metaller ungewöhnliche Gäste ins Boot: Blind Guardians Hansi Kürsch darf (erstmals auf Deutsch!) das wodkagetränkte ‘Roter Stern’ veredeln, während Heaven Shall Burn ‘Flaschenteufel’ mit einem knüppelharten Metalcore-Brett zerprügeln. Beide Songs stehen auch sinnbildlich für die Lockerheit, die In Extremo auf QUID PRO QUO ausstrahlen. Authentizität wird großgeschrieben: Zu keiner Sekunde wirkt das Album in die eine (spielmännisch-mittelalterlich) oder andere (rockig-modern) Richtung gezwungen. Vielmehr kann behauptet werden, dass In Extremo ihrem Ziel, beide musikalische Welten zu vereinen, nie näher waren – klanglich (Hut ab vor dem satten, vielschichtigen Sound!) wie inhaltlich.

Dabei beschränken sie sich nicht auf seichte oder feuchtfröhliche Themen, sondern behandeln ebenso ihnen sehr wichtige deutsch-russische Freundschaften, rühren mit der Friedensballade ‘Lieb Vaterland, magst ruhig sein’ (mit herzergreifendem Kindergesang!) und besingen Elternglück (‘Glück auf Erden’). Fremdsprachige Texte und die Rückkehr auf den Mittelaltermarkt mit ‘Pikse Palve’ holen Fans früherer Alben ab, ‘Sternhagelvoll’, ‘Störtebeker’ und der Titel-Song sind gesetzte Livehits. Auch lyrisch ist QUID PRO QUO ein Volltreffer, begeistert mit einmaligen Einfällen („Auf Schaukelschuhen durchs Leben“) und verdrehten Zitaten („Darf niemand darin wohnen, nur der Tod allein“).

Kurz: Mit Album Nummer zwölf machen sich In Extremo bereit für die nächsten zwanzig Jahre Festivalheadliner!


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