Gemotzt wird immer. Genau deshalb machen In Flames das einzig Richtige und gehen weiter ihren eigenen Weg! Aber, und das wird die Motzer nur noch mehr ärgern:
im Gegensatz zum streckenweise etwas kleinteilig-verträumten Vorgängeralbum SIREN CHARMS mit deutlicheren Verweisen an ihre Vergangenheit. Man höre nur die treibenden Riffs des Openers ‘Drained’ oder des flotten, aggressiven ‘Through My Eyes’!
Zugleich: Für einen Aufguss von WHORACLE oder auch REROUTE TO REMAIN sind sich In Flames zu schade. Zu Recht! BATTLES, das zwölfte Studioalben der Schweden, ist ein weiterer Schritt in der konstanten Entwicklung der Band. Wer sich nicht taub stellt, erkennt seine In Flames zu jeder Zeit – insbesondere am wieder traditioneller drückenden Gitarren-Sound, aber natürlich auch an Anders Fridéns Stimme, die wie gehabt zwischen Shouts und ausdrucksstarkem, emotionalem Klar-gesang pendelt. Vor allem die cleanen Vocals rücken In Flames anno 2016 öfters in Richtung Alternative/Modern Metal – ganz offenbar ein Weg, den das um Schlagzeuger Joe Rickard verstärkte Quintett bewusst und mit stolzer Brust beschreitet.
Erstmals fügen punktuell eingesetzte Frauenchöre ganz neue, interessante Klangfarben hinzu: Im schnellen, mit melancholischem Unterton veredelten Hit ‘The End’ kommen sie anpeitschend rüber, verstärken den Pop-Appeal im aufmüpfigen Groover ‘The Truth’ und unterstützen im Hintergrund das balladeske ‘Here Until Forever’ (das auch auf dem letzten Bring Me The Horizon-Album hätte stehen können). Das mag manchen Hörer im ersten Moment verschrecken, setzt aber gelungene Akzente – und macht das Album als Ganzes gewiss nicht schlechter!
Am besten gefällt BATTLES immer dann, wenn die Mischung aus Riffs und Druck sowie Melodie und Melancholie passt. ‘Like Sand’ ist solch ein Song, der, als wäre nichts dabei, von zurück-genommenen Strophen zur kämpferischen Bridge und schließlich zum eingängigen Refrain changiert. ‘In My Room’ lebt von seinem energetischen Chorus, der aus den düsteren Strophen hervorbricht; ‘Before I Fall’ verzückt mit durchweg tollen Melodien, Riffs
und Sounds. Der Titel-Song drückt heftig, begeistert mit extra starkem Refrain und klassischem, melodischem In Flames-Solo.
Das bedrückende, siebenminütige ‘Wallflower’ steigert sich mit elektronischen und schwermütigen Sounds zum klanglichen Ausrufe-zeichen kurz vor Schluss des Albums, bevor das finale ‘Save Me’ abwechslungsreich, energetisch und eingängig noch mal alle Stärken von BATTLES und In Flames auf den Punkt bringt. Einer von vielen Songs des Albums, die bei einer feurigen Liveshow ihre ganze Kraft entfalten – und vielleicht auch manchen Motzer überzeugen werden.
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