Die Voraussetzungen konnten viel versprechender kaum sein: Mit ihren letztjährigen Festival-Auftritten hatten Korn zahlreiche alte Fans versöhnt, zudem holte man sich mit Ross Robinson den Mentor der legendären ersten beiden Alben ins Boot und versprach – für alle auch im Titel sichtbar – sich nach den alternativ-industriellen Experimenten der letzten Werke wieder auf die musikalischen Ursprünge zu besinnen. Die Rahmenbedingungen sind also bestens – nur das Gemälde nicht.
Und das obwohl eigentlich alles da ist, was die Band auszeichnet: Jonathan Davis pumpt, wimmert, weint und schreit, Fieldys Bass nimmt jede Box auseinander, die Munky-Riffs wechseln zwischen kurz Gehacktem, psychedelischen Einsprengseln und fast schon Doom-Schwere – aber diese Einzelteile ergeben diesmal kein großes Ganzes. ‘Pop A Pill’ ist ebenso wie die erste Single ‘Oildale (Leave Me Alone)’ solide, das sphärischere ‘Fear Is A Place To Live’ kitzelt zumindest kurzzeitig am Nerv und ‘Holding All These Lies’ überzeugt zumindest emotional. Das war’s. Einzig ‘Never Around’ versprüht den ehemals typischen Korn-Esprit und hätte sich auf Alben wie FOLLOW THE LEADER (1998) oder ISSUES (1999) gut gemacht.
Der Rest ist gelinde gesagt eine bessere B-Seiten-Sammlung. Auf dem gesamten Album gibt es nicht ein Lied, das es in die Phalanx der unzähligen Hits aus der Bandhistorie schaffen wird. Und das ist nun – nicht nur aufgrund erwähnter Konstellation – wirklich enttäuschend.
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