Mit ihrem dritten Langspieler LIMITED INFINITY kehren die Koblenzer zu ihren Wurzeln zurück – und zwar im doppelten Sinne. Während ihre 2022er-Platte BEYOND THE BLOOD RED HORIZON etwas mehr auf entschleunigten Stoner Rock gesetzt hatte, verlagern sie sich klanglich nun in Richtung Classic Rock und Proto Metal. Und genau diesen Fokus hatte das Vierergespann bereits auf seinem Debüt. Doch die Akzente wirken nun etwas präziser und authentischer – was definitiv auch dem generellen Kauzfaktor der Band zuzuschreiben ist. Denn anstatt sich in den dem Genre naheliegenden lahmen Klischees zu verlieren, sind Midnight Rider wahrlich individuell. Ein historischer Song über Karl den Großen im lässigen Siebziger-Rock-Sound? Liefern Midnight Rider. Eine Liebeshymne an die frühen Zeiten des Heavy Metal, als man noch Schlaghose statt Skinny Jeans trug – mit dem entsprechenden NWOBHM-Riffing? Midnight Rider. Ein Song über die Prügelei zwischen Mods und Rockern (ja, die aus dem The Who-Film ‘Quadrophenia’)? Auch das haben die Jungs auf der Platte. Musikalisch dominiert stets die unaufdringliche Doppelgitarre im frühen Priest-Stil mit mal härteren und noch mehr klassisch rockigen Akzenten. Und dazu Blumis Gesang, der auch nicht ganz so Metal-mäßig ist und eher an The Hollies oder Foreigner erinnert als an Halford. LIMITED INFINITY ist jedenfalls ein Pflichtkauf für alle, deren Rock-Präferenzen zwischen 1977 und 1981 liegen.
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