Schöne neue Welt, du verwöhnst uns. Wie stark sich Musiker heutzutage dank moderner Technik entwickeln, ist mit normalem Menschenverstand kaum noch zu fassen. Besonders die progressive Schiene wird von talentierten Jungspunden überschwemmt. Neu dabei: Novelists. Heitere Franzosen mit Tiefgang.
Statt der schwermütigen Progressive-Schiene zu verfallen, beleben die Jungs das Genre mit frischen, feurig flimmernden Konstrukten neu. Sie zaubern ein harmonisches Klangkonglomerat aus hyperschnellen Djent- und Progressive Metal-Gitarren samt Hardcore-Vibe – vor allem im Geschrei. Das geht ins Gemächt. Extrem komplexe Musik, die so auch im Schlafzimmer funktioniert. Aber nie klebrig süßen Rosenduft verströmt, sondern nach schwerem Rotwein schmeckt. Musik, wozu der Begriff Schönheit in den Sinn stolpert.
Ästhetik mit Ecken und Kanten, die leider in der zweiten Hälfte von SOUVENIRS deutlich werden. Vor allem ‘Muchos Touchey’ schwappt gern zum gradlinigen Deathcore über. Wird aber alles von funkiger Fusion-Musik in ‘5:12 AM’ und ‘Antares’ wieder wettgemacht, das von seiner Brutalität und Empfindlichkeit locker mit Monuments mithalten kann. Zum Schluss verwöhnen Novelists mit dem Titel-Track – einem epischen Stück progressiver Liedkunst.
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